Rofo 2020; 192(S 01): S27
DOI: 10.1055/s-0040-1703185
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

CT-Koronarangiografie mittels High-Pitch-TAVI-Planungs-CT: Warum es nur selten funktioniert

P Seitz
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
,
R Gohmann
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
,
S Gottschling
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
,
M Abdel-Wahab
2  Herzzentrum Leipzig, Kardiologie, Leipzig
,
H Thiele
2  Herzzentrum Leipzig, Kardiologie, Leipzig
,
D Holzhey
3  Herzzentrum Leipzig, Herzchirurgie, Leipzig
,
C Lücke
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
,
C Krieghoff
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
,
M Gutberlet
1  Herzzentrum Leipzig, Radiologie, Leipzig
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
21 April 2020 (online)

 

Zielsetzung Die Darstellung der vaskulären Zugangswege und der Aortenklappen-Anatomie sind im Rahmen der Planung einer Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) von zentraler Wichtigkeit. In dieser Studie analysieren wir, welche Faktoren die diagnostische Erfassung der Koronararterien im High-Pitch Modus beeinflussen könnten.

Material und Methoden 100 Patienten (46 Frauen; mittleres Alter 79,0±5,9 Jahre) mit Untersuchungen an einem Dual-Source CT (Siemens, Definition FLASH) mit prospektiver EKG-Triggerung im High-Pitch-Modus nach i.v. Injektion von 70 ml (Iomeprol 400 mg Jod/ml, Flussrate 3,5 ml/s) zur Evaluation der Zugangswege und der Annulus-Diameter wurden retrospektiv eingeschlossen. Die Anzahl diagnostischer Koronarsegmente pro Patient (DSpP) wurde erfasst und in Bezug auf Herzfrequenz (HF), BMI, Abdeckung entlang der Z-Achse (CaZA) in % des RR-Intervalls und Herzrhythmus analysiert.

Ergebnisse Insgesamt waren 30,3% der Koronarsegmente beurteilbar. Die mittlere HF (75±19 bpm; r=-0,35; p<0,001), CaZA (r=-0,38; p=0,0001) und BMI (r=-0,26; p<0,01) korrelierten invers mit DSpP. CaZA selbst korrelierte stark mit der mittleren HF (r=0,74; p<0,0001); HF-Variabilität korreliert nur gering mit DSpP (r=0,256; p=0,11). DSpP von Patienten mit Vorhofflimmern hingegen unterschieden sich nicht signifikant von denen mit Sinusrhythmus (p=0,09).

Schlußfolgerungen Vollständig diagnostische Koronarbefunde (auf Patientenebene) mittels High-Pitch-TAVI-Planungs-CT sind selten und treten nur unter besonderen Voraussetzungen auf (niedrige HF, niedriger BMI und CaZA). In Einzelfällen ist es aber auch möglich eine KHK auszuschließen oder relevante Koronarbefunden darzustellen. Ein signifikanter Einfluss von Vorhofflimmern oder der HF-Variabilität konnte nicht nachgewiesen werden.