Rofo 2020; 192(S 01): S23-S24
DOI: 10.1055/s-0040-1703175
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Biphasische spektrale CT-Angiografie zur TAVI-Planung mit Rekonstruktion virtueller monoenergetischer Bilder.

D Mangold
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heidelberg
,
T Weber
1  Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heidelberg
,
J Riffel
2  Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Heidelberg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
21. April 2020 (online)

 

Zielsetzung Die Anpassung der CT-Protokolle zur TAVI-Planung ist erforderlich, wenn statt eines konventionellen CTs mit 8cm breitem einschichtigen Detektor (SLCT) ein CT-Scanner mit einem 4cm breiten Dual-Layer-Spektraldetektor (DLCT) verwendet wird. Ziel der Studie war, die objektive Bildqualität der aortalen CT-Angiografie (CTA) zwischen einem biphasischem Untersuchungsprotokoll mit Rekonstruktion virtuell-monoenergetischer Bilder (40keV) beim DLCT mit der einer monophasischen CTA beim SLCT zu vergleichen.

Material und Methoden Jeweils 115 CTAs der beiden CT-Scanner wurden retrospektiv analysiert. Die monophasische SLCT-CTA bestand aus einer einzelnen Akquisition mit retrospektivem EKG-Gating von Herz und gesamter Aorta. Die biphasische DLCT-CTA bestand aus einer Herzdarstellung mit retrospektivem EKG-Gating und anschließend einer nicht-EKG-synchronisierten CTA der gesamten Aorta. Zur Bildqualitätsbeurteilung wurden CT-Dichte, Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) und Kontrast-Rausch-Verhältnis (CNR) in der absteigenden Aorta analysiert. Die CTAs wurden als optimal angesehen, wenn eine CT-Dichte von ≥250HU vorlag.

Ergebnisse Die CT-Dichte der Aorta in der 40keV-Rekonstruktion der DLCT-CTA war signifikant höher als beim SLCT (605 ± 277 HU vs. 413 ± 127 HU, p<0.001). Keine signifikanten Unterschiede fanden sich beim SNR (21 ± 11 vs. 21 ± 8, p=0.361) und CNR (24 ± 16 vs. 24 ± 10, p=0.536). Eine optimale CT-Dichte der Aorta wurde mit dem DLCT in 97% und mit dem SLCT in 93% erreicht. Das Dosislängenprodukt der Gesamtuntersuchungen betrug 2003 ± 417mGy*cm beim DLCT und 2401 ± 754mGy*cm beim SLCT (p<0.001). Die verwendete KM-Menge beim DLCT und SLCT war vergleichbar (82 ± 6ml vs. 81 ± 4ml, p = 0.197).

Schlußfolgerungen Mit einem biphasischen Untersuchungsprotokoll am DLCT kann durch virtuelle monoenergetische 40keV-Rekonstruktionen eine zum SLCT vergleichbare Bildqualität der zur TAVI-Planung angefertigten CTA der gesamten Aorta erreicht werden.