Rofo 2020; 192(S 01): S23
DOI: 10.1055/s-0040-1703174
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Differenzierungspotential einer segmentalen Analyse der T1-Relaxationszeiten zwischen Patienten mit klinisch chronischer Myokarditis und nicht ischämischer dilatativer Kardiomyopathie

C Lücke
1  Herzzentrum Leipzig, Abteilung für Radiologie, Leipzig
,
M Wetscherek
2  Addenbrooks Hospital, Herzzentrum Leipzig, Radiology, Radiologie, Cambridge, Leipzig
,
P Lurz
3  Herzzentrum Leipzig, Klinik für Kardiologie, Leipzig
,
M Gutberlet
1  Herzzentrum Leipzig, Abteilung für Radiologie, Leipzig
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
21. April 2020 (online)

 

Zielsetzung Ziel unserer Studie war die Unterschiede in der segmentalen Verteilung der T1 Zeiten zwischen Patienten mit klinischem Verdacht auf eine chronische Myokarditis (CM) und nicht ischämischer dilatativer Kardiopathie (DCM) zu bestimmen.

Material und Methoden Wir führten eine retrospektive Analyse von 62 MRTs (52 konsekutive Patienten mit chronischen Beschwerden (>14 Tage)) eine kardiale MRT (cMRI) im Rahmen einer umfassenden Diagnostik erhielten. 26 Patienten wurden jeweils in die CM und in die DCM Gruppe eingeschlossen, 10 Individuen dienten als Kontrolle. Es wurde ein natives T1 Mapping an einem 1,5T MRT unter Verwendung einer 5(3)3 MOLLI Sequenz durchgeführt. Wir analysierten eine mittmyokardiale Schicht auf die segmentale Verteilung der T1 Zeiten. Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mittels Wilcox-Test bestimmt.

Ergebnisse Der Median und der Interquartilenabstand der globalen T1 Relaxationszeit betrug 1060 [1002-1155] ms für CM und 1058 [1034-1093] ms für DCM, ohne statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die T1 Relaxationszeit war mit 1007 [966-1036] ms in beiden Gruppen signifikant höher als in der Kontrollgruppe (p<0.05). Bei CM fanden wir keinen signifikanten Unterschied zwischen den lateralen und septalen Segmenten, hingegen waren in der DCM-Gruppe die septalen T1 Zeiten signifikant höher, verglichen zu denen der lateralen Wand (p<0.001). Wir fanden bei DCM signifikant höhere T1 Relaxationszeiten im inferoseptalen Segment 1120 [1088-1154], im Vergleich zur CM-Gruppe 1075 [1042-1136] ms, (p=0.04).

Schlußfolgerungen Eine segmentale Analyse der T1-Relaxationszeiten kann helfen chronische Myokarditiden von nicht-ischämischer DCM zu differenzieren, wohingegen mit einer globalen Messung in diesem Kollektiv nur Kranke von Gesunden unterschieden werden können.