Rofo 2020; 192(S 01): S21
DOI: 10.1055/s-0040-1703168
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

T2-Mapping bei Patienten mit inoperabler chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) vor und 6 Monate nach pulmonaler Ballonangioplastie (BPA)

A Hasse
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
V Bethke
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
M Richter
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
A Brose
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
A Breithecker
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
C Liebetrau
2  Kerckhoff-Klinik, Kardiologie, Bad Nauheim
,
C Wiedenroth
3  Kerckhoff-Klinik, Thoraxchirurgie, Bad Nauheim
,
K Tello
4  Universitätsklinikum Gießen, Medizinische Klinik II, Gießen
,
M Richter
4  Universitätsklinikum Gießen, Medizinische Klinik II, Gießen
,
W Seeger
4  Universitätsklinikum Gießen, Medizinische Klinik II, Gießen
,
E Mayer
5  Kerckhoff-Klinik, Thoraxchirurgie, Kerckhoff-Klinik
,
G Krombach
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
,
F Roller
1  Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gießen
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
21. April 2020 (online)

 

Zielsetzung Bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie konnten bereits vielversprechende Korrelationen von nativem T1-Mapping zu Rechtsherzfunktion und pulmonaler Hämodynamik gezeigt werden. Erhöhte native T1-Zeiten werden dabei als Ausdruck einer myokardialen Fibrose interpretiert, wobei myokardiale Ödeme in der pathophysiologischen Kaskade lange vor Fibrose entstehen. Das Ziel unserer Studie war es deshalb Veränderungen von T2-Zeiten (Ödem) bei Patienten mit inoperabler CTEPH vor und nach BPA zu untersuchen.

Material und Methoden 30 Patienten (mittleres Alter 63,4 ), die jeweils eine standardisierte kardiale MRT-Untersuchung bei 1,5T inklusive T2-Mapping und eine Rechtsherzkatheteruntersuchung vor und 6 Monate nach BPA erhielten, wurden prospektiv in diese Studie eingeschlossen. Die myokardialen T2-Zeiten wurden in den rechtsventrikulären Insertionspunkten (oberer und unterer RVIP) sowie im interventrikulären Septum auf basalen Kurzachsenschnitten gemessen und mit der rechtsventrikulären Funktion (RVEF) sowie der pulmonalen Hämodynamik (mPAP und PVR) korreliert.

Ergebnisse RVEF, mPAP und PVR verbesserten sich signifikant nach BPA (p<0,0001). Für die initial erhöhten T2-Werte zeigte sich eine signifikante Reduktion nach BPA (oberer RVIP von 61,6ms ± 6,1 auf 57ms ± 4,5 und unterer RVIP von 64,4ms ± 5,6 auf 58,9ms ± 4,5; p<0,0001, Septum von 60,2ms ± 4 auf 58,9ms ± 3,9; p<0,02). Dabei zeigten sich für den unteren RVIP die besten Korrelationen zu RVEF, mPAP und PVR vor (r=-0,33, r=0,45 und r=0,45) und auch nach BPA (r=-0,16, r=0,35 und r=0,14) .

Schlußfolgerungen Nach BPA zeigte sich eine signifikante Reduktion der initial erhöhten myokardialen T2-Zeiten bei Patienten mit CTEPH. Dies legt die Anwesenheit von Ödemen neben Fibrose in mechanisch beanspruchten Myokardanteilen nahe. Zudem zeigten sich vielversprechende Korrelationen von T2-Zeiten zur Rechtsherzfunktion und pulmonaler Hämodynamik. Wir schlussfolgern daher, dass das T2-Mapping zukünftig neue Einblicke hinsichtlich Therapieerfolg, -überwachung und Prognose ermöglichen könnte.