Rofo 2020; 192(S 01): S20-S21
DOI: 10.1055/s-0040-1703166
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Differenzierung hypertensiver und hypertropher Kardiomyopathie mittels MRT

S Gassenmaier
1  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Department für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tübingen
,
S Greulich
2  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Abteilung III Kardiologie und Kardiovaskuläre Erkrankungen, Tübingen
,
K Klingel
3  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Allgemeine und molekulare Pathologie, Tübingen
,
K Nikolaou
1  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Department für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tübingen
,
J Brendel
1  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Department für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tübingen
,
K Müller
2  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Abteilung III Kardiologie und Kardiovaskuläre Erkrankungen, Tübingen
,
C Ruff
1  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Department für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tübingen
,
P Krumm
1  Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Department für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tübingen
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
21. April 2020 (online)

 

Zielsetzung Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob mittels kardialer Magnetresonanztomografie (MRT) einschließlich Late Gadolinium Enhancement (LGE) eine Unterscheidung zwischen histologisch gesicherter hypertensiver und hypertropher Kardiomyopathie (KMP) getroffen werden kann.

Material und Methoden 33 Patienten (8 weiblich) mit einem mittleren Alter von 51 ± 17 Jahren, die sich zwischen 2008 – 2018 bei unklarer KMP einer endomyokardialen Biopsie sowie einer kardialen MRT unterzogen hatten, wurden in diese retrospektive, monozentrische Studie eingeschlossen. Es wurden ausschließlich Patienten mit einer histologisch gesicherten hypertensiven (n=20) sowie hypertrophen (n=13) KMP eingeschlossen. 1,5 T MRT Bilder wurden durch zwei Radiologen sowie einem Kardiologen in Konsensus und gegenüber der Histopathologie verblindet bezüglich kardialer Morphologie, Funktion sowie LGE analysiert.

Ergebnisse Die linksventrikuläre myokardiale Septumdicke betrug 12,1 ± 2,1 mm bei hypertensiver und 16,6 ± 3,5 mm bei hypertropher KMP (p=0,001). Die mittlere Ejektionsfraktion war bei Patienten mit hypertensiver KMP signifikant niedriger mit 35,9 ± 13,0 % im Vergleich zu 50,9 ± 17,6 % bei hypertropher KMP (p=0,0114). Full intensity LGE wurde in 5 Patienten mit hypertensiver sowie in 5 Patienten mit hypertropher KMP gefunden. Hierbei waren bei hypertensiver KMP 2,6 ± 1,1 Segmente und bei hypertropher KMP 4,0 ± 2,6 Segmente betroffen (p=0,387). Es zeigte sich bei hypertropher KMP eine stärkere Affektion der betroffenen Segmente mit einem relativen Enhancement innerhalb der betroffenen Segmente von 25,8 ± 9,6 % versus 18,7 ± 14,6 % bei hypertensiver KMP (p=0,175).

Schlußfolgerungen Hypertensive sowie hypertrophe KMP können in der kardialen MRT ähnlich erscheinen und sich nur in wenigen Parametern unterscheiden, wenn nur eine gering erhöhte Myokarddicke besteht. Morphologische sowie funktionelle Parameter können in der Differenzierung hilfreich sein, ohne jedoch einen klaren Cut-off Parameter zur Unterscheidung zu liefern.