Rofo 2020; 192(S 01): S19-S20
DOI: 10.1055/s-0040-1703163
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sind linksatriale Divertikel und linksatriale Septumtaschen relevante anatomische Varianten in der kardialen CT? Eine Korrelationsstudie mit ischämische-typischen Veränderungen in der kranialen MRT

E Celik
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
T Hickethier
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
L Pennig
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
K Laukamp
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
A Bunck
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
D Maintz
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
J Hammes
2  Uniklinik Köln, Nuklearmedizin, Köln
,
C Kabbasch
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
N Abdullayev
1  Uniklinik Köln, Radiologie, Köln
,
T Achenbach
3  St.Vinzenz Hospital, Radiologie, Köln
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
21 April 2020 (online)

 

Zielsetzung Ziel dieser Forschungsarbeit war es, den Zusammenhang von anatomischen Varianten im linken Vorhof, den linksatrialen Divertikeln (LAD) und linksatrialen Septumtaschen (LSSP), mit ischämie-typischen Veränderungen im Gehirn zu untersuchen.

Material und Methoden Mittels retrospektiver Datenbankanalyse wurden 174 Patienten ausgewählt, die sowohl eine kardiale Computertomografie, als auch eine MRT Untersuchung des Gehirns erhalten haben. Zwei voneinander unabhängige Radiologen werteten das Bildmaterial hinsichtlich der Präsenz von LAD und LSSP, sowie ischmämie-typischer Veränderungen des Gehirns aus. Anschließend erfolgte eine statistische Analyse und Auswertung dieser erhobenen Daten in Korrelation mit zusätzlich relevanten klinischen Nebendiagnosen.

Ergebnisse 71 LAD (Prävalenz 41%) and 65 LSSP (Prävalenz 37%) wurden bei 174 Patienten gefunden. Die kombinierte Prävalenz betrug 10%. 26/71 Patienten mit einem LAD and 39/65 Patienten mit einem LSSP wiesen ischämie-typische Veränderungen des Gehirns auf. In der multivariaten Analyse konnte eine unabhängige Risikoerhöhung für LSSP (p = < 0,01) mit ischämie-typischen Veränderungen berechnet werden, wohingegen für die LAD (p = 0,239) dies nicht nachgewiesen werden konnte.

Schlußfolgerungen In der von uns untersuchten Patientenpopulation waren LAD und LSSP hochprävalente anatomische Strukturen im linken Vorhof. Für Patienten mit LSSP konnte eine unabhängige Risikoerhöhung für ischämie-typischen Veränderungen im Gehirn erhoben werden. Folglich sollten LSSP hinsichtlich der Risikostratifizierung für kardioembolische Schlaganfälle berücksichtigt und deren Vorkommen im kardialen CT Befund vermerkt werden.