Rofo 2020; 192(S 01): S17
DOI: 10.1055/s-0040-1703152
Vortrag (Wissenschaft)
Herzdiagnostik/Gefäßdiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Begleitende Chronisch Venöse Insuffizienz (CVI) bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK): Begutachtet in der MR Angiografie

F Ammermann
1  Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
F Meinel
2  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
E Beller
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
A Busse
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
F Streckenbach
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
C Teichert
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
M Weinrich
4  Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Universitätsmedizin, Rostock
,
A Neumann
4  Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Universitätsmedizin, Rostock
,
M Weber
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
,
T Heller
3  Institute für Diagnostische und Interkonventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock Rostock
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
21. April 2020 (online)

 

Zielsetzung Die klinische Darstellung und Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) und chronisch venöser Insuffizienz (CVI) können überlappen und die Erkrankungen koexistieren. Das Ziel dieser Studie war es die Prävalenz und klinische Bedeutsamkeit einer begleitenden CVI bei Patienten mit pAVK zu untersuchen, die eine Becken-Bein Magnet Resonanz Angiografie (MRA) Untersuchung erhalten haben.

Material und Methoden Wir analysierten 180 Patienten (Median des Alters 69 Jahre, von 27 bis 91 Jahren) mit Verdacht auf oder bekannter pAVK, welche sich zwischen 2012 und 2018 einer MRA Untersuchung in unserem Klinikum unterzogen haben. MRA Bilddaten wurden neu befundet und auf das Erscheinungsbild einer CVI hin untersucht. Elektronische Patientenakten wurden in Bezug auf das Vorhandensein der Diagnose der CVI und den Fontaine Stadien der pAVK hin untersucht.

Ergebnisse Bei 38(21%) Patienten konnte ein Nachweis der CVI in der MRA erbracht werden. Nur sieben (18%) der Patienten hatten eine dokumentierte Diagnose der CVI. Patienten mit koexistierender pAVK und CVI waren durchschnittlich adipöser (Median BMI 29,7 vs. 26,3 kg/m^2, p=0,001) und wiesen einen höheren Anteil an Diabetikern (55 vs. 35%, p=0,039) auf als die Patienten ohne Anzeichen einer zusätzlichen CVI. Bei Patienten mit CVI, sank die Häufigkeit der klinischen Manifestation von distal nach proximal, wobei der Unterschenkel bei allen 38 Patienten und der Oberschenkel bei 17 Patienten (45%) betroffen war. Patienten mit pAVK und koexistierenden CVI wiesen häufiger ein Fontaine Stadium 4 auf als Patienten ohne koexistierende CVI (57% vs. 34%, Relatives Risiko 1.68, p=0.018).

Schlußfolgerungen Zeichen einer begleitenden CVI konnte bei etwa einem Fünftel der Patienten mit bekannter oder vermuteter pAVK, die ein Becken-Bein MRA erhalten haben, nachgewiesen werden. Falls eine CVI vorhanden ist, sollten diese Ergebnisse beachtet werden, da CVI die Symptome einer pAVK nachahmen oder auch hierfür mit verantwortlich sein kann.