Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2020; 48(01): 66
DOI: 10.1055/s-0039-3402400
Abstracts
DVG
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Molekularbiologische Charakterisierung einer Prostatakarzinomzelllinie vor und nach Behandlung mit FX-9

F. Weiner
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover,, Hannover
2  Universitätsmedizin Rostock/ZIM/Klinik III/Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin,, Rostock
,
J. T. Schille
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover,, Hannover
2  Universitätsmedizin Rostock/ZIM/Klinik III/Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin,, Rostock
,
D. Koczan
3  Universitätsmedizin Rostock/Institut für Immunologie,, Rostock
,
X.-F. Wu
4  LIKAT Rostock,, Rostock
,
M. Beller
4  LIKAT Rostock,, Rostock
,
Escobar H. Murua
2  Universitätsmedizin Rostock/ZIM/Klinik III/Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin,, Rostock
,
I. Nolte
1  Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover,, Hannover
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Publication History

Publication Date:
17 February 2020 (online)

 

Einleitung Das Prostatakarzinom des Rüden ist eine seltene, schwerwiegende Erkrankung, die häufig erst im fortgeschrittenen metastasierenden Stadium entdeckt wird. Eine palliativ wirksame oder kurative Therapie ist bisher nicht bekannt. Das Prostatakarzinom des Hundes ähnelt sehr dem kastrationsresistenten Prostatakarzinom des Mannes. Aminoisochinolin FX-9, eine neue potenziell chemotherapeutische Substanz, hemmt bei Zelllinien beider Spezies vergleichbar die Viabiliät und steigert die Apoptose. Unter der Behandlung entstehen zusätzlich typischerweise große, mehrkernige Zellen („mitotic slippage“). Durch die Transkriptomanalyse der behandelten Zellen sollen diese molekularbiologisch charakterisiert werden. Die Charakterisierung ermöglicht möglicherweise Rückschlüsse auf den Wirkmechanismus.

Methoden Transkriptom-Profiling wurde mit Clariom S Microarrays anhand isolierter Gesamt-RNA Proben einer vor (Kontrolle) und nach FX-9 behandelten Prostatakarzinomzelllinie (PC-3) durchgeführt. Differenziell regulierte Gene der beiden Probengruppen wurden identifiziert und dem entsprechenden Signalweg zugeordnet.

Ergebnisse Die Analyse zeigte nach der FX-9-Behandlung eine Häufung differenziell regulierter Gene in den Signalwegen früher Zellzyklusphasen sowie der Seneszenz.

Schlussfolgerung Die durch FX-9 differenziell regulierten Gene zeigen, dass die Substanz den Zellzyklus und die DNA-Replikation der Tumorzellen beeinflusst. Ein Hinweis auf einen G1-Arrest der Zellen ist eine Erhöhung der Zahl differenziell regulierter Gene speziell im Signalweg “G1 to S cell cycle control”. Die beschriebene Seneszenz der Population vergrößerter und mehrkerniger Zellen konnte durch eine Anreicherung differenziell regulierter Gene im Signalweg „senescence and autophagy in cancer“ bestätigt werden.