Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2020; 48(01): 62
DOI: 10.1055/s-0039-3402385
Abstracts
DVG
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pleurale Lavage mit heparinisierter Infusionslösung als Therapie des Pyothorax bei Katzen

E. Heier
1  Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen,, Gießen
,
G. Wurtinger
1  Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen,, Gießen
,
E. Haßdenteufel
1  Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen,, Gießen
,
M. Schneider
1  Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen,, Gießen
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Publication History

Publication Date:
17 February 2020 (online)

 

Zielsetzung Ziel der Studie war die Auswertung der pleuralen Lavage mit heparinisierter isotoner Infusionslösung über eine Thoraxdrainage bei Katzen mit Pyothorax im Hinblick auf Therapieerfolg und Komplikationen im Vergleich zu einer historischen Kontrollgruppe.

Methoden Katzen mit Pyothorax in einer Überweisungsklinik wurden retrospektiv von August 2010 bis September 2018 ausgewertet und mit einer historischen Kontrollgruppe von Katzen mit Pyothorax zwischen Februar 2006 und Juli 2010 verglichen. Eingeschlossen wurden Katzen mit der Diagnose Pyothorax anhand des zytologischen Zellbilds und eines Erregernachweises in Zytologie und/oder Bakterienkultur. Der Nachweis eines iatrogenen Pyothorax sowie eine primär chirurgische Versorgung führten zur Exklusion. Katzen der Heparingruppe erhielten eine Pleuralavage mit einer isotonen Infusionslösung mit 10 IE/ml unfraktioniertem Heparin. Die Spüllösung der Kontrollgruppe war heparinfrei. Mögliche Endpunkte der Studie waren ein Versterben des Patienten oder ein ausbleibender klinischer Erfolg und die anschließende Entscheidung zur Operation oder intrathorakalen Fibrinolyse.

Ergebnisse Es wurden 22 Katzen in die Heparingruppe und 18 Katzen in die Kontrollgruppe inkludiert. Zwischen den Gruppen gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich Alter, Anzahl der Thoraxkatheter, Dauer des Klinikaufenthalts oder Verweildauer der Thoraxdrainagen. Pro Gruppe ließ sich der Thorax bei je 1 Katze nur ineffektiv spülen. Von insgesamt 40 Katzen wurde bei 3 ein Lungenabszess festgestellt. Bei diesen sowie 5 weiteren Katzen der Heparingruppe war eine additive Therapie erforderlich. In der Kontrollgruppe verstarben 4 Katzen innerhalb der ersten 48 Stunden; in der Heparingruppe 1 Katze (p = 0,15). Bis zur Entlassung verstarben 14% der Katzen in der Heparingruppe; in der Kontrollgruppe waren es 28% (p = 0,43). Klinische Hinweise auf eine systemische Blutungsneigung wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerung Im Vergleich zur Kontrollgruppe ereigneten sich in der Heparingruppe weniger Todesfälle in der initialen Phase der Behandlung. Eine statistische Signifikanz ließ sich anhand der vorliegenden Fallzahl nicht nachweisen.