Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2020; 48(01): 61
DOI: 10.1055/s-0039-3402384
Abstracts
DVG
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nachweis von Nidoviren, Mykoplasmen und Chlamydien mittels PCR bei Pythons

K. Racz
1  Hochschule für Angewandte Wissenschaften Coburg,, Coburg
2  LABOKLIN GmbH & Co. KG,, Bad Kissingen
,
E. Kolesnik
2  LABOKLIN GmbH & Co. KG,, Bad Kissingen
,
E. Müller
2  LABOKLIN GmbH & Co. KG,, Bad Kissingen
,
R. E. Marschang
2  LABOKLIN GmbH & Co. KG,, Bad Kissingen
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Publication History

Publication Date:
17 February 2020 (online)

 

Ziel der Studie Erkrankungen des Respirationstrakts treten bei Schlangen sehr häufig auf. Nidoviren können respiratorische Erkrankungen bei Pythons auslösen und kommen bei diesen Tieren häufig vor. Mykoplasmen wurden bereits bei Pythons mit respiratorischen Symptomen nachgewiesen, der Zusammenhang zwischen Infektion und klinischen Veränderungen ist aber noch unklar. Chlamydien wurden bisher in Verbindung mit verschiedenen Läsionen beschrieben. Ziel dieser Studie war der Nachweis der 3 oben genannten Erreger bei Proben von Pythons mittels PCR und die Untersuchung auf vorhandene Mischinfektionen.

Material und Methoden Insgeamt 271 Proben von Pythons, bei denen es sich mehrheitlich um Rachentupfer handelte, wurden mittels PCR auf Nidoviren, Chlamydien und Mykoplasmen getestet. Die Proben stammten überwiegend von Königspythons (n = 112) und Grünen Baumpythons (n = 67). Alle Proben wurden dem Labor für Routineuntersuchungen übermittelt.

Ergebnisse Bei über der Hälfte der Proben (60,1%) konnten Mykoplasmen nachgewiesen werden und 29,2% der Proben wurden positiv auf Nidoviren getestet. Das Auftreten von Mykoplasmen und Nidoviren korrelierte signifikant (p < 0,0001). Des Weiteren wurden bei 4,4% aller Proben Chlamydien nachgewiesen. Es gab keine Korrelation zwischen dem Auftreten von Chlamydien und Mykoplamen oder Nidoviren.

Schlussfolgerung Bisher ist noch weitgehend unbekannt, welche Rolle Mykoplasmen als Verursacher respiratorischer Krankheiten bei Schlangen spielen. In dieser Studie konnten eine hohe Prävalenz dieser Infektionserreger sowie eine Korrelation zwischen Infektionen mit Mykoplasmen und Nidoviren gezeigt werden. Es besteht die Möglichkeit, dass eine Infektion mit Mykoplasmen oder Nidoviren eine Übertragung des jeweils anderen Erregers begünstigt. Weitere Untersuchungen sind nötig, um genauere Aussagen zur klinischen Relevanz dieser Mischinfektionen zu treffen.