Ultraschall Med 2019; 40(S 01): S77-S78
DOI: 10.1055/s-0039-1696012
Poster
Postersitzung – Haut/Nervensonografie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Longitudinale Analyse der mimischen Gesichtsmuskulatur bei Patienten mit Morbus Parkinson

H Speckamp
1   Universitätsklinikum Jena, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Fazialis-Nerv-Zentrum, Jena, Germany
,
T Berning
1   Universitätsklinikum Jena, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Fazialis-Nerv-Zentrum, Jena, Germany
,
T Prell
2   Universitätsklinikum Jena, Hans-Berger-Klinik für Neurologie, Jena, Germany
,
O Guntinas-Lichius
1   Universitätsklinikum Jena, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Fazialis-Nerv-Zentrum, Jena, Germany
,
GF Volk
1   Universitätsklinikum Jena, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Fazialis-Nerv-Zentrum, Jena, Germany
,
M Thümmel
3   Computer Vision Group, Friedrich-Schiller-University Jena
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
28 August 2019 (online)

 

Fragestellung:

Anne Heinzl et al. fanden bei der standardisierten Sonografie der mimischen Muskulatur von 38 Patienten mit M. Parkinson signifikant verminderte Muskelquerschnittsflächen und Muskeldynamik im Vergleich zu geschlechtsspezifischen Referenzwerten. Bei Frauen zeigte sich eine 33,12%, bei Männern eine 36,67% verminderte Kontraktilität gegenüber den gesunden Patienten, was eine genaue Quantifizierung der Bradykinese erlaubte (Heinzl 2018).

Darauf aufbauend sind jetzt longitudinale Erhebungen mittels dynamischer Sonografie und optischen 3D-Videos an Parkinson Patienten geplant.

Material und Methode:

Erhebung hochfrequenter Ultraschall-Videos und optischer 3D-Videos von je 3 Willkürkontraktionen im medikamentösen Off und On-State bei Patienten mit M. Parkinson. Erfassung der motorischen Beeinträchtigung mittels MDS Unified Parkinson Disease Rating Scale (MDS-UPDRS III).

Ergebnisse:

Der klinische Schweregradscore (MDS-UPDRS III) soll mit den Veränderungen der Muskeldynamik, die sonografisch als auch optisch quantifiziert werden, korreliert werden. Wir erhoffen damit Rückschlüsse auf die Schwere der Erkrankung, aber auch auf die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie ziehen zu können. Das ursprünglich für die Diagnostik von Fazialisparesen erstelle Ultraschall-Protokoll soll für diese neue Anwendung optimiert werden. Um einen schnellen und routinemäßigen Einsatz des Ultraschalls zu ermöglichen, sollen besonders geeignete Muskeln identifiziert werden. Zudem soll geklärt werden, ob auch die optischen 3D-Videos bereits ähnliche Aussagen erlauben.

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Tab. 1: Vergl. der Muskelkontraktilität von Parkinson Patienten mit Referenzwerten (Heinzl 2018)

Schlussfolgerung:

Wir hoffen mittels hochfrequenter Sonografie, aber auch mit 3D-Videos erstmals die Veränderungen der Muskeldynamik von Patienten mit M. Parkinson intra-individuell quantifizieren zu können. Damit wäre das Hauptsymptom Bradykinese auch empirisch nutzbar und quantifizierbar. Dies könnte ein Werkzeug für Studien und für die empirische Optimierung der Medikation sein.