Z Gastroenterol 2019; 57(09): e245
DOI: 10.1055/s-0039-1695263
Leber und Galle
Tiermodelle für ACLF, Leberregeneration, Karzinogenese, Leberfribrose: Donnerstag, 03. Oktober 2019, 11:05 – 12:41, Studio Terrasse 2.1 A
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Ausschaltung zirkulierender Fibrozyten verringert das Ausmaß der Fibrose im Mausmodell der TAA-induzierten Leberfibrose

Authors

  • F Hempel

    1   Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie, Gießen, Deutschland
  • A Sydykov

    2   Justus-Liebig-Universität Gießen, Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System, Gießen, Deutschland
  • D Krambrich

    3   Justus-Liebig-Universität Gießen, Strahlenzentrum, Gießen, Deutschland
  • K Köhler

    4   Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Veterinärpathologie, Gießen, Deutschland
  • R Savai

    5   Max-Planck-Institut für Herz – und Lungenforschung, Bad Nauheim, Deutschland
  • M Roderfeld

    1   Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie, Gießen, Deutschland
  • E Roeb

    1   Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie, Gießen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
13 August 2019 (online)

 

Einleitung:

Zirkulierende Fibrozyten (FZ) hämatopoetischen Ursprungs sind an fibrogenen Prozessen in vielen Organen beteiligt. Neben der Expression von Proteinen der extrazellulären Matrix, können sie die Fibrogenese über regulatorische Mediatoren beeinflussen. Wir und andere konnten zeigen, dass FZ die geschädigte Leber infiltrieren, die Bedeutung der FZ für die Leberfibrose ist bislang aber unklar.

Ziele:

Durch die selektive Ausschaltung der FZ während der hepatischen Fibrogenese soll die Bedeutung im Mausmodell evaluiert und die zugrundeliegenden biologischen Vorgänge untersucht werden.

Methodik:

Zirkulierende Fibrozyten wurden mittels einer HSV-TK/Ganciclovir-Suizidgenstrategie ausgeschaltet. Dazu wurde transgenes Knochenmark in C57BL/6-Wildtypmäuse transplantiert (n = 16, Kontrollen erhielten Wildtyp-Knochenmark). Durch Thioacetamid (TAA) wurde über 18 Wochen eine chronisch-toxische Leberfibrose induziert. Der Grad der Fibrose wurde mittels Histologie und Bestimmung des Hydroxyprolin-Gehalts der Leber evaluiert.

Ergebnis:

Beide Gruppen entwickelten eine starke perilobuläre Fibrose. Während die histologische Beurteilung keine signifikanten Unterschiede zeigt, ist der Gesamt-Hydroxyprolingehalt der Leber bei Ausschaltung der Fibrozyten um 7,5% verringert (95% KI: 2,7 – 12,5%, p = 0,004). Auch die Werte der Alanin-Aminotransferase (ALT) im Serum sind signifikant verringert. Die Genexpression der profibrogenen Mediatoren TGF-beta und PDGF sind unverändert. Expression und Verteilung von Desmin und alpha-SMA zeigen in Western-Blot und Immunhistochemie ebenfalls keine Unterschiede in Folge der FZ-Ablation.

Schlussfolgerung:

Unsere Ergebnisse zeigen eine funktionelle Bedeutung von zirkulierenden Fibrozyten in der Fibrogenese. Aufgrund fehlender Unterschiede der profibrogenen Mediatoren und Myofibroblasten-Markern erklärt sich dies eher durch die Kollagenproduktion der FZ als durch parakrine Effekte.