Diabetologie und Stoffwechsel 2019; 14(S 01): S68-S69
DOI: 10.1055/s-0039-1688305
Poster
Epidemiologie und Versorgung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psychische Befindlichkeit von Eltern aus der Fr1dolin-Früherkennungsstudie in Niedersachsen – Erste Ergebnisse

I Müller
1   Medizinische Hochschule Hannover, Medizinische Psychologie, Hannover, Germany
,
L Galuschka
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
E Marquardt
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
M Bassy
1   Medizinische Hochschule Hannover, Medizinische Psychologie, Hannover, Germany
,
R Rodrigues
1   Medizinische Hochschule Hannover, Medizinische Psychologie, Hannover, Germany
,
T von dem Berge
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
K Semler
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
C Tombois
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
C Guntermann
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
T Danne
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
O Kordonouri
2   Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche, Hannover, Germany
,
K Lange
1   Medizinische Hochschule Hannover, Medizinische Psychologie, Hannover, Germany
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
07 May 2019 (online)

 

Fragestellung:

Bei der Fr1dolin-Studie in Niedersachsen wurden Familien mit Kindern im Alter von 2 – 6 Jahren ein Kombinationsscreening hinsichtlich des Vorliegens eines präsymptomatischen Typ-1-Diabetes (T1D) und/oder einer Familiären Hypercholesterinämie (FH) angeboten. Ziel dieser Auswertung ist die psychische Befindlichkeit der betroffenen Eltern nach einem positiven Screeningergebnis zu untersuchen.

Methodik:

Zur Erfassung von depressiven Symptomen und Ängsten der Eltern bei Mitteilung eines positiven Ergebnisses und im Verlauf wird eine Kurzform des Patient-Health Questionnaires-D (PHQ-D) durchgeführt. Bei auffälligen, d.h. auch bei bereits subklinischen Werten im Fragebogen wird mit den Eltern nach einem „red flag System“ telefonisch Kontakt aufgenommen und bei Bedarf werden für sie Unterstützungsangebote initiiert.

Ergebnisse:

Bisher beteiligten sich 25 Eltern von 13 Kindern mit positivem T1D- sowie 178 Eltern von 108 Kindern mit positivem FH-Ergebnis. Die mittleren Depressionswerte der Eltern mit positivem T1D-Screeningergebnis lagen mit 5,3 ± 4,9 (MW ± SD) höher als bei Eltern von Kindern mit FH (2,8 ± 3,2; p = 0,003). Nach 6 Monaten waren die Depressionswerte bei T1D rückläufig (1,9 ± 2,2; p = 0,009), bei FH blieben sie unverändert (2,7 ± 3,4; p = 0,323). Bisher wurde mit 23 von 41 belasteten Familien gesprochen. Die Mehrzahl dieser Familien gab neben dem Screeningergebnis auch weitere Ursachen für die Belastung an. Befragungen zur Studienzufriedenheit zeigten, dass die Familien von einer guten Aufklärung durch die Ärzte, der Diabetes- und Ernährungsberater und ggf. vom Einsatz geschulter Psychologen, profitieren.

Schlussfolgerung:

Im Vergleich zu T1D scheint sich die FH-Diagnose zunächst weniger auf die psychische Befindlichkeit der Familien auszuwirken. Vermutlich werden hier die Screeningergebnisse nicht mit unmittelbaren Gesundheitsfolgen für die Kinder in Beziehung gesetzt.