CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S303
DOI: 10.1055/s-0039-1686318
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intratympanale Dexamethason/Hyaluronsäure und rheologische Infusionstherapie bei Diabetes mellitus Typ II – Patienten mit Hörsturz

J Wittkowski
1  Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
S Strieth
1  Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
C Matthias
1  Universitätsmedizin Mainz, Mainz
,
H Gouveris
1  Universitätsmedizin Mainz, Mainz
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Ziel der Studie war der Vergleich der Wirksamkeit einer alleinigen intravenösen (i.v.) Hochdosis-Steroidtherapie und einer Kombinationstherapie mit intratympanaler Steroidinjektion (ITI) bei Hörsturzpatienten mit und ohne Typ-2-Diabetes (DM II).

Methoden:

Bei dieser retrospektiven Analyse wurden die Daten von 194 Patienten ausgewertet: Davon war bei 58 Patienten ein DM II bekannt; 35 Patienten zeigten pathologische Blutzuckerwerte ohne diagnostizierten DM II. 75 Patienten erhielten ausschließlich eine i.v.-Therapie mit hochdosiertem Prednisolon und Pentoxifyllin, 119 Patienten erhielten zusätzlich ITIs mit Dexamethason/Hyaluronsäure. Es wurden die absolute Veränderung der tonaudiometrischen Hörschwelle im Tief-Mitteltonbereich (0,5; 1, 2 kHz) und im Hochtonbereich (4 und 8 kHz) sowie der Anteil der Patienten mit Therapieansprechen (Hörverbesserung ≥10 dB) zwischen den Patientengruppen verglichen.

Ergebnisse:

DM II-Patienten zeigten unter der alleinigen i.v.-Therapie sowohl im Tief-Mitteltonbereich (Δ= 7,9 dB; p = 0,046) als auch im Hochtonbereich (Δ= 8,9 dB; p = 0,03) eine signifikant geringere Hörverbesserung verglichen mit der Gruppe der Nicht-Diabetiker. Unter Kombinationstherapie erreichten Diabetiker einen tendenziell größeren Hörgewinn als Nicht-Diabetiker ohne statistische Signifikanz. Innerhalb der DM II-Patientengruppe zeigte sich unter Kombinationstherapie in beiden Frequenzbereichen eine signifikant größere Hörverbesserung (Δ= 12,2 dB bzw. 10,2 dB; p = 0,019 bzw. 0,042).

Schlussfolgerungen:

Eine i.v. Steroidtherapie ist bei Diabetikern weniger effektiv als bei Nicht-Diabetikern. Hörsturzpatienten mit DM II können durch eine Kombinationstherapie mit zusätzlichen ITI eine größere Hörverbesserung erreichen als durch alleinige i.v.-Therapie.