CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S302
DOI: 10.1055/s-0039-1686308
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prävalenz peripher-vestibulärer Störungen bei Kindern in Deutschland

C Warken
1  Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
,
A Wenzel
1  Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
,
N Rotter
1  Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
,
R Hülse
1  Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Schwindelerkrankungen sind auch bei Kindern weit verbreitet, jedoch häufig unter- bzw. fehldiagnostiziert. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Prävalenz und die Geschlechterverteilung der klassischen peripher vestibulären Erkrankungen (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS), vestibuläre Neuritis (VN) und Menière-Krankheit (MD)) sowie sonstiger Schwindelerkrankungen bei Kindern zwischen 0 und 15 Jahren, unter Verwendung von Krankenversicherungsdaten zu bestimmen.

Methoden:

Es wurde eine bevölkerungsbezogene epidemiologische Erhebung auf der Grundlage bestätigter ICD-10-Codes aller gesetzlich versicherten Kinder unter 15 Jahren, die in Deutschland leben, durchgeführt. Zielgrößen waren Alter und Geschlechtsverteilung sowie Prävalenz von BPLS, VN, MD sowie sonstiger Schwindelerkrankungen in dieser Population.

Ergebnisse:

Bei 1.414 von insgesamt 9.325.021 Kindern (0,015%) wurde eine peripher-vestibuläre Erkrankung diagnostiziert. Davon waren 763 (53,96%) Mädchen und 651 Jungen (46,03%). Die Prävalenz peripherer vestibulärer Störungen bei Kindern bis 15 Jahren lag kumulativ bei 15,16 je 100.000 Personen. BPLS stellte sich als häufigste peripher vestibuläre Störung im Kindesalter heraus, gefolgt von VN und MD.

Schlussfolgerung:

Auch die klassischen peripher vestibulären Störungen können im Kindesalter auftreten. Ihre Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter. In der Kindheit sind Mädchen und Jungen ähnlich häufig betroffen. Periphere vestibuläre Störungen sollten als Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden, wenn ein Kind mit Schwindelsymptomen oder unklaren Symptomen vorstellig wird. Möglicherweise sind peripher vestibuläre Störungen im Kindesalter nicht so selten wie vermutet, sondern lediglich unterdiagnostiziert.