CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S301
DOI: 10.1055/s-0039-1686300
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Cochlea-Implantat Reimplantationen bei CI-Kindern im Zeitraum vom 1989 bis 1997 – ein Überblick

JD Tschammer
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, MHH, Hannover
,
A Illg
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, MHH, Hannover
,
T Lenarz
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, MHH, Hannover
,
A Lesinski-Schiedat
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, MHH, Hannover
,
E Kludt
1  Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, MHH, Hannover
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Die Versorgung von ertaubten Kindern mit einem Cochlea-Implantat gilt seit vielen Jahren als medizinischer Standard. Das Ziel dieses Papers ist es, einen Überblick über die Ursachen der Reimplantationen bei Patienten, welche im Zeitraum von 1989 bis 1997 im Kindesalter ein Cochlea-Implantat erhielten, zu verschaffen. Diese Gruppe unterliegt einer besonderen Beobachtung, da es die erste Erfahrung mit chirurgischen Eingriffen bei langzeitertaubten Kindern war.

Methode:

Retrospektiv wurden in dieser Arbeit 42 Patienten (Alter 1,92 bis 16,25 Jahre) eingeschlossen, die in einer Universitätsklinik versorgt wurden. Es wurden 45 Reimplantationen untersucht.

Ergebnisse:

Die häufigsten Ursachen einer Reimplantation dieser Patienten waren Hard Failures und traumatische Defekte. In einem Teil der Hard Failure-Fälle wurde ein Gehäusebruch festgestellt. Im untersuchten Zeitraum waren die Implantate einer Firma überproportional vertreten, welche damals Keramikgehäuse benutzte. Diese waren bruchempfindlich bei Traumata. Im weiteren Verlauf wurden die Gehäuse verbessert.

Der Zeitabstand zwischen erster Implantation und Reimplantation betrug im Mittelwert 10,23 Jahre.

Bei 36 Reimplantationen verlief die intracochleäre Reinsertion der Elektroden komplikationslos. Bei 3 der 7 problematischen Fälle war bereits beim ersten Implantat eine erschwerte Insertion aufgefallen. Alle Patienten konnten mit einem neuen Implantat versorgt werden.

Schlussfolgerung:

Die chirurgische Machbarkeit der Reimplantation wurde bei dieser Gruppe nachgewiesen. Es gilt im nächsten Schritt die Ergebnisse zu untersuchen, um festzustellen, welche Faktoren den Erfolg beeinflussen. Der Untersuchungszeitraum wird erweitert, um die Entwicklung der Reimplantationen bei verbesserter Technologie zu untersuchen.