CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S300
DOI: 10.1055/s-0039-1686296
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tubendilatation bei Kindern – Ergebnisse aus 1.000 Telefoninterviews

M Tisch
1  HNO Klinik Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
,
C Tisch
1  HNO Klinik Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
,
M Tisch
1  HNO Klinik Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Im Rahmen von kurzen Telefoninterviews wurden Daten von 1000 Patienten mit den Eltern ohne erneute Untersuchung erhoben.

Ergebnisse:

An 1000 Patienten wurden 1.420 Interventionen durchgeführt. Es wurden 580 einseitige TDL und 420 beidseitige TDL durchgeführt. Das mediane Alter betrug 5,4 Jahre (20 Monate bis 12 Jahre, Nachbeobachtungszeit im Median 2 Jahre). Bei allen Kindern war vor der TDL eine AT und eine PZ, t.w. auch mit PR erfolgt. Die TDL wurde wegen eines erneuten Paukenergußrezidivs durchgeführt. Keines der Kinder wurde primär dilatatiert. 805 Kinder waren am Ohr nicht voroperiert. 195 Kinder waren am Ohr voroperiert (Tympanoplastik). Bei 816 Patienten (22%) zeigten sich keine p.o. Auffälligkeiten, eine Otitis entwickelten 28 Patienten (3%), Ohrdruck wurde von den Eltern in 105 Fällen (10,5%) berichtet. Schmerzen gaben 72 Patienten (7%) an, eine Epistaxis für wenige Tage wurde von den Eltern in 24 Fällen (2,5%) berichtet (Mehrfachnennungen). Die Therapiezufriedenheit war überaus erfreulich. 78% (776 Patienten) waren extrem oder sehr zufrieden. Nur 22% (224 Patienten) waren nicht zufrieden oder sehr unzufrieden. Nur 18,5% (184 Patienten) mussten im Nachbeobachtungszeitraum bis zum Telefoninterview erneut operiert werden (erneute PZ, PR oder erneute TDL).

Schlussfolgerungen:

Auch wenn bis heute (noch) die prospektive Studie im Vergleich zum Paukenröhrchen fehlt, zeigt doch diese retrospektive Elternbefragung, dass die Tubendilatation offensichtlich gut geeignet ist, im Kindesalter mit geringem Aufwand sicher und effektiv zur Behandlung von Tubenfunktionsstörungen eingesetzt zu werden. Die geringe Rate an Rezidiveingriffen nach der TDL lässt hoffen, dass hiermit tatsächlich eine Alternative zum Paukenröhrchen im Kindesalter bestehen könnte.