CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S299
DOI: 10.1055/s-0039-1686291
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Histologische Evaluierung des Elektrodenträgers eines Cochlea-Implantats mit einer für elektrische Erwärmung integrierten Formgedächtnislegierung

N Suzaly
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Hannover
,
S Hügl
2  MH, Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Exzellenzcluster EXC 1077/1 'Hearing4all', Hannover
,
O Majdani
3  Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Exzellenzcluster EXC 1077/1 'Hearing4all', Wolfsburg
,
T Lenarz
2  MH, Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Exzellenzcluster EXC 1077/1 'Hearing4all', Hannover
,
TS Rau
1  Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Hannover
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Eine Möglichkeit, die Qualität der Signalübertragung zwischen den Kontakten des Elektrodenträgers und den Spiralganglienzellen zu verbessern, ist die Minimierung des Abstands zwischen diesen Strukturen. Um dies zu erreichen, wurde ein Elektrodenträger-Prototyp vorgestellt, der mit einem dünnen Draht (Ø100 µm) aus einer Formgedächtnislegierung funktionalisiert ist. Dieser Draht dient als ein Aktuator, welcher die gekrümmte Form einer Cochlea annehmen kann. Um eine perimodiolare Lage des Elektrodenträgers zu erreichen, wird der Formgedächtniseffekt dieses Drahtes verwendet, welcher in diesem Fall elektrisch aktiviert wird.

Ein Elektrodenträger-Prototyp wird entwickelt, in den ein Ø100 µm Nitinoldraht integriert ist. Die ersten Prototypen wurden durch eine Modifikation des kommerziellen Implantats Nucleus Hybrid™ L24 der Firma Cochlear Ltd. (Sydney) aufgebaut, in welche der Nitinoldraht integriert wurde. Kupferdrähte wurden an beiden Enden des Nitinoldrahtes befestigt, um eine elektrische Kontaktierung zu ermöglichen. Mit diesem Prototype wurde eine erste Insertionsstudie in ein humanes Felsenbein durchgeführt. Nach erfolgreicher Insertion wurde das Felsenbein präpariert und im Anschluss histologisch evaluiert.

Die histologische Auswertung des Versuchs zeigte, dass eine Insertionstiefe von 360 ° und die gewünschte perimodiolare Lage des Elektrodenträgers erreicht werden konnten. Ausserdem wurden keine thermischen Schäden an den Gewebestrukturen entdeckt.

Die histologische Evaluierung aus dem ersten Felsenbeinversuch zeigte keine Schädigung an die Gewebestrukturen und eine intakte Basilarmembran. Durch Nutzen des Formgedächtniseffekts kann eine vorbestimmte Geometrie erzielt werden, um damit eine perimodiolare Lage innerhalb des Innenohrs zu erreichen.