CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S297
DOI: 10.1055/s-0039-1686278
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präoperative Bildgebung verbessert die individuelle Magnetstärkenbestimmung bei adulten Cochlea Implantatversorgungen

J Servais
1  HNO Klinik UMM, Mannheim
,
E Walhäuser
2  HNO Kinik, Univeristätsmedizin Mannheim, Mannheim, Deutschland
,
S Schmitt
3  HNO Klinik, Universtätsmedizin Mannheim, Mannheim, Deutschland
,
A Wenzel
4  HNO Klinik, Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Es ist hinlänglich bekannt, dass die notwendige Magnetstärke der Spule nach erfolgter Cochlea Implantatversorgung von der jeweiligen Hautdicke abhängig ist und es unter Umständen bei falscher Magnetstärke zu Hautirritationen oder Hautnekrosen kommen kann. Ziel der Studie ist es zu beurteilen, ob die ermittelte Hautdicke eine Vorhersage der individuellen Magnetstärke ermöglicht.

Methoden:

Bei postlingual ertaubten Erwachsenen (N = 70) wurde die Hautdicke über dem CI prä- (CT, MRT) und postoperativ (CT) bestimmt. Die Hautdicke wurde anhand der Punktionstiefe der Nadel gemessen. Diese Daten wurden mit der Hautdicke der im prä- und postoperativ durchgeführten CT-Felsenbein, der präoperativen MRT, sowie der Magnetstärke der Spule bei Erstanpassung und einen Monat nach Erstanpassung korreliert.

Ergebnisse:

Die Hautdicke war in der Gruppe, die mit Magnetstärken zwischen 1 – 3 bei der 1. Einstellung nach der Implantation auskam, signifikant geringer als in der Gruppe, bei der eine Magnetstärke von 4 – 5 benötigt wurde. Für die 1. Einstellung, ca. 2 Wochen nach der Implantation erwiesen sich sowohl die intraoperativ per Nadel bestimmte Hautdicke (rho: 0,478; p = 0,005) wie auch die präoperativ mit CT bestimmte Hautdicke (rho: 0,446; p = 0,013) als beste Prädiktoren für die benötigte Magnetstärke. Die zum späteren Zeitpunkt benötigte Magnetstärke korrelierte hingegen am besten mit der postoperativ per CT bestimmten Hautdicke (rho: 0,495; p = 0,002).

Schlussfolgerung:

Die präoperative Beurteilung der Hautdicke per Felsenbein CT ermöglicht eine individuellere Vorhersage der postoperativ zunächst benötigten Magnetstärke zur Fixierung der Sendespule über dem Magnet des CI, während eine spätere Anpassung möglicherweise aufgrund der Änderung der Dicke des Hautlappens vorgenommen werden sollte.