CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S295-S296
DOI: 10.1055/s-0039-1686264
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untersuchung zur prophylaktischen Parazentese (PC) zur Vermeidung eines Barotraumas während der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT)

K Schaumann
1  Uniklinik Düsseldorf, Klinik für Hals-Nasen-Ohren- Heilkunde, Düsseldorf
,
L Colter
2  Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Düsseldorf
,
SC Dreyer
3  Universitätsklinikum Düsseldorf, Hyperbare Sauerstofftherapie, Düsseldorf
,
H Strelow
3  Universitätsklinikum Düsseldorf, Hyperbare Sauerstofftherapie, Düsseldorf
,
J Schipper
2  Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Düsseldorf
,
C Plettenberg
2  Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Düsseldorf
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

In 14 – 43% der durchgeführten HBOT kommt es zu einem Barotrauma (BT). Patienten mit künstlichem Atemweg oder Tubendysfunktion haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines BT. Die Vorhersage über das Auftreten eines BT ist schwer. Über die prophylaktische Anwendung therapeutischer Optionen (z.B. PC) gibt es bisher keine veröffentlichten Daten. Aus diesem Grund stellten wir uns die Frage, ob eine PC bei V.a. Tubenfunktionsstörung oder Patienten in ITN zur Vermeidung eines BT sinnvoll ist.

Methode:

Retrospektiv wurden alle Patienten im Zeitraum 01/2017 – 12/2017 der Uniklinik Düsseldorf, die eine notfallmäßige HBOT erhalten haben, hinsichtlich Anamnese, Otoskopie, Valsalva, Tympanogramm vor HBO und nach Auftreten eines BT erfasst.

Ergebnisse:

Insgesamt haben 149 Patienten im o.g. Zeitraum eine HBOT erhalten. 23 Patienten erhielten eine PC (15%), hiervon 19 prophylaktisch und 4 nach Auftreten eines BT. 10 der 19 prophylaktischen PC erfolgte bei intubierten Patienten. Bei 9 Patienten wurde die Indikation zur PC aufgrund der klinischen Untersuchung gestellt: 9/9 Patienten hatten einen negativen Valsalva, 3/9 zusätzlich ein flaches Tympanogramm und 2/9 eine auffällige Otoskopie. 4 Patienten erlitten ein BT (2,6%) trotz unauffälliger HNO- Untersuchung, 2 Patienten hatten eine bezüglich der Tubenfunktion auffällige Anamnese. 6 Patienten konnten die HBOT trotz negativen Valsalvas tolerieren.

Schlussfolgerung:

Eine prophylaktische PC bei fehlendem Druckausgleich scheint ein effektives Vorgehen zu sein um das Auftreten von BT zu verringern. Allerdings erscheint es sinnvoll weitere Kriterien z.B. im Rahmen eines Scoringsystems zu entwickeln, um so BT zu verhindern, bzw. unnötige Operationen zu vermeiden.