CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S294
DOI: 10.1055/s-0039-1686255
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erhalt von Restgehör bei Cochlea Implantat-Patienten mit einer CI532-Elektrode von Cochlear®

N Riemann
1  Universitätsklinikum Essen, Berlin
,
S Ludwig
2  Universitätsklinikum Essen, Essen
,
S Hans
2  Universitätsklinikum Essen, Essen
,
J Arnolds
2  Universitätsklinikum Essen, Essen
,
S Lang
2  Universitätsklinikum Essen, Essen
,
D Arweiler-Harbeck
2  Universitätsklinikum Essen, Essen
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. April 2019 (online)

Einleitung:

Patienten mit Cochlea-Implantaten profitieren insbesondere in komplexen Hörsituationen von einem funktionsfähigem Restgehör. Die modiolusnahe CI532-Elektrode soll durch ihren dünnen und flexiblen Charakter eine Verbesserung des Restgehörerhalts ermöglichen.

Methoden:

37 CI532 Patienten (> 18 Jahre) wurden vor Implantation in 2 Gruppen unterteilt: 1. Patienten mit Restgehör (RH, n = 14) und 2. Kontrollgruppe: ohne Restgehör (noRH, n = 23). Das Restgehör war hierbei wie folgt definiert: a. Knochenleitungskurve 85 dB im Reintonaudiogramm in den Frequenzen 125, 500, 1000, 2000 und/oder b. 60 dB Hörverlust von Zahlen oder c. 50% maximales Einsilberverständnis im Freiburger Sprachaudiogramm. Hörtests erfolgten prä- und postoperativ, sowie NRT-Datenmessungen. Intraoperativ wurde eine Lagekontrolle mittels 3D C-Bogen durchgeführt. Die RH wurde mit einer RH-Gruppe von CI522 Patienten (RH522, n = 16) verglichen.

Ergebnisse:

Nach Implantation wurde eine Abnahme des RH gemessen (1. Tag postOP: 7/13 Patienten mit RH (54%), 3 Monate postOP: 2/8 (25%), 6 Monate postOP 1/9 (11%), 12 Monate postOP 0/8 (0%)). Auffällig war der Abfall in den tiefen Frequenzen (250 und 500 Hz). Eine postoperative Lagekontrolle mittels 3D C-Bogen ergaben 2 tip fold-over. Die Restgehörgruppe des CI522 schnitt im Vergleich besser ab.

Schlussfolgerung:

Bisher konnte kein langfristiger Erhalt des Restgehörs nachgewiesen werden, jedoch kann dieser noch nicht komplett ausgeschlossen werden. Ein Grund könnte das, durch das Exoskelett verursachte Insertionstrauma sein. Auch eine Progredienz des natürlichen Hörverlusts ist nicht vollständig auszuschließen.