CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S293
DOI: 10.1055/s-0039-1686253
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Präoperative Diagnostik und Management rezidivierender Tumore des Glomus tympanicum und jugulare

A Renson
1  Klinik für HNO und Plastische Kopf- und Halschirurgie (UKA), Aachen
,
J Ilgner
1  Klinik für HNO und Plastische Kopf- und Halschirurgie (UKA), Aachen
,
M Mull
2  Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie (UKA), Aachen
,
M Westhofen
1  Klinik für HNO und Plastische Kopf- und Halschirurgie (UKA), Aachen
,
M Wiesmann
2  Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie (UKA), Aachen
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einführung:

Angioproliferative Tumore des Glomus jugulare und tympanicum sind eine seltene, aber bekannte Entität, welche sich durch pulssynchronen Tinnitus, livide Masse hinter dem Trommelfell mit otomikroskopisch sichtbarer Pulsation bemerkbar machen. Während ein diagnostisch und prätherapeutisch einheitliches Vorgehen bei Primärtumoren existiert, kann dies im Rezidivfall von der Primärbehandlung abweichen.

Patienten und Methoden:

Wir präsentieren drei Fälle rezidivierender angioproliferativer Tumore des Glomus jugulare (2) bzw. tympanicum (1), welche vom Patienten selbst durch wiederaufgetretenen pulssynchonen Tinnitus bemerkt wurden. Zur Diagnostik führten wir neben dem neurootologischen Assessment ein Tympanogramm über die Zeit, ein hochauflösendes CT Felsenbein und eine digitale Angiografie, ggf. Angio-MRT mit Embolisation, wo möglich, durch.

Ergebnisse:

Während das klinische Erscheinungsbild sich kaum von der Primärmanifestation unterschied, war die angiographisch festgestellte Gefäßversorgung in jedem Individualfall anders gegenüber der Primärmanifestation. In einem Fall war eine Embolisation des Rezidivs wegen des Apoplexrisikos deswegen nicht vertretbar, lieferte angiografisch jedoch entscheidende Hinweise für eine operative Ligatur der zuführenden Gefäße. In allen Fällen gelang die operative Revision ohne Gabe von Erythrozytenkonzentraten.

Schlussfolgerung:

Auch Rezidivtumore des Glomus jugulare und tympanicum lassen sich durch umfassende präoperative Vorbereitung operativ beherrschen. Dem strategischen Vorgehen zur Unterbrechung der Gefäßversorgung kommt dabei entscheidende Bedeutung zu.