CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S293
DOI: 10.1055/s-0039-1686247
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Simultane bilaterale Cochlea-Implantation bei Kleinkindern ohne präoperative CT-Diagnostik

K Rak
1  Univ- HNO Klinik Würzburg, Würzburg
,
P Schendzielorz
2  Univ. HNO Klinik, Würzburg, Würzburg
,
W Shehata-Dieler
2  Univ. HNO Klinik, Würzburg, Würzburg
,
H Kühn
2  Univ. HNO Klinik, Würzburg, Würzburg
,
R Hagen
3  Univ. HNO Klinik Würzburg, Würzburg
› Author Affiliations
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Die bilaterale simultane Cochlea-Implantation (CI) ist als therapeutischer Standard bei Kindern mit hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit etabliert. Die präoperative radiologische Diagnostik umfasste bisher die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT). Epidemiologische Studien haben jedoch gezeigt, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr ein CT des Schädels erhalten hatten, ein relevant höheres Risiko haben im Laufe ihres Lebens an einem Gehirntumor oder einem Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Daher wurde an unserer Klinik die präoperative CT-Diagnostik bei Kleinkindern aus dem Routinediagnostik vor CI genommen.

Von 2012 bis 2017 wurden 35 Kinder mit angeborenem Hörverlust bilateral simultan im Alter bis zu drei Jahren implantiert. Das Durchschnittsalter der Kinder zum Zeitpunkt der Implantation betrug 14.47 ± 7.51 Monate. Die mittlere Operationsdauer betrug 2:48 ± 0:46 Stunden.

Vor Juli 2013 erhielten alle Kinder eine CT-Diagnostik, unabhängig davon, ob ein Verdacht auf Missbildung bestand oder nicht. Seit Juli 2013 wurden nur noch 5% der Kinder präoperativ mit einem CT untersucht. Beide Gruppen unterschieden sich nicht in der Operationszeit und der Komplikationsrate. Alle Kinder erzielten eine hoch positive Hör- und Sprachentwicklung, die durch verschiedene altersgerechte Bewertungsverfahren bestätigt wurden.

Die Daten zeigen, dass die bilaterale simultane CI bei Kleinkindern auch ohne CT in einer angemessenen Operationszeit und ohne Komplikationen durchgeführt werden können. Das Verlassen der präoperativen CT-Diagnostik in der Routine hatte keinen Einfluss auf die Sicherheit des Verfahrens. Die gleichzeitige bilaterale Erstanpassung führte zu einer sehr zufriedenstellenden Verbesserung der Hörfähigkeit und der Sprachentwicklung.