CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S292-S293
DOI: 10.1055/s-0039-1686246
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Funktionelles Outcome nach Entfernung von intracochleären Akustilusneurinomen und simultaner Cochlea-Implantation

L Rahbar Nikoukar
1  HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
RB Salcher
1  HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
NK Prenzler
1  HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Schwannome des N. vestibulocochlearis sind die häufigste Tumorentität des Felsenbeins, deren Leitsymptome die Schallempfindungsschwerhörigkeit und Schwindelsymptome sind. Diese Schwannome sind sehr selten intracochleär lokalisiert. Zur simultanen Versorgung dieser Patienten mit einem Cochlea-Implantat (CI) im Rahmen der Exstirpation der intracochleären Raumforderung sind nur begrenzt Daten verfügbar.

Methoden:

Diese retrospektive Studie stellt präoperative Symptomatik, chirurgische Besonderheiten und CI Performance im Verlauf von Patienten dar, die sich zwischen 2012 und 2017 oben genannter Prozedur unterzogen haben.

Ergebnisse:

Es wurden 5 Patienten mit einseitiger Taubheit und eine Patientin mit Neurofibromatose Typ 2 (NF2) mit beidseitiger Taubheit (einseitige Implantation) aus unserer CI Datenbank identifiziert. Häufigstes Begleitsymptom war Tinnitus. Im MRT zeigten sich pathologische KM-Anreicherungen in der Cochlea mit fehlendem Flüssigkeitssignal passend zu einem Schwannom. Bei der NF2 Patientin war außerdem kein Hörnerv nachweisbar. In allen Fällen erfolgte die intracochleäre Entfernung des Tumors. Bezüglich der CI Implantation war in 2 Fällen das vorherige Einführen einer Practice-Elektrode nötig. 3 Insertionen erfolgten mit Stilett. Bei der Erstanpassung hatte die Patientin mit NF2 kein Sprachverstehen. Die anderen Patienten erreichten ein Zahlenverstehen in Ruhe von 85 – 100%, sowie ein Einsilberverstehen in Ruhe von 15 – 75%. Im weiteren Follow-up konnten diese Ergebnisse noch verbessert werden.

Schlussfolgerungen:

Die simultane CI Versorgung im Rahmen der Entfernung von intracochleären Schwannomen ist eine gute Möglichkeit der Sprachrehabilitation. Der Vorteil der direkten Versorgung muss gegen die Risiken in jedem individuellen Fall abgewogen werden.