CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S292
DOI: 10.1055/s-0039-1686244
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Konzentrationsabhängige passagere Senkung der Impedanzen durch intracochleäre Steroidinjektionen mit einem Cochlea Katheter

NK Prenzler
1  Medizinische Hochschule Hannover, HNO- Heilkunde, Hannover
,
R Salcher
2  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
3  Medizinische Hochschule hannover, Hannover
,
A Warnecke
2  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Steroide können Fremdkörperreaktion und überschießende Narbenbildung reduzieren. Das Ausmaß des Bindegewebswachstums um die Cochlea-Implantat (CI)-Elektrode korreliert mit den postoperativ messbaren Impedanzen. In vorherigen Studien konnte eine konzentrationsabhängige Absenkung der Impedanzen durch intracochleäre Triamcinoloninjektion mittels eines speziell konzipierten Cochlea Katheters auch in apikalen Bereichen der Cochlea erreicht werden. Um die Nachhaltigkeit dieses Effektes zu evaluieren, wurden die Patienten entsprechend nachverfolgt und Langzeitdaten ausgewertet.

Material und Methoden:

Es wurden jeweils 5 Patienten ohne funktionelles Restgehör mit Triamcinolon (low dose: 4 mg/ml vs. high dose: 20 mg/ml) mittels Cochlea Katheter behandelt vor einer Implantation mit einer Med-El Flex 28 Elektrode. Impedanzen und Electrically evoked Compound Action Potentials sowie die Amplitude Growth Function wurden zu definierten Zeitpunkten gemessen und mit einer Vergleichsgruppe von Patienten mit gleicher Elektrode, ähnlichem Restgehör aber ohne Katheteranwendung verglichen.

Ergebnisse:

Unerwünschte Wirkungen wurden nicht verzeichnet. Während bei der low dose Gruppe die Impedanzen im Vergleich zur Kontrollgruppe nur in den ersten Wochen abfielen, war der Effekt bei der high dose Gruppe bis zur Erstanpassung sowohl basal als auch apikal nachweisbar. In allen weiteren Messungen danach zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Funktionelle Ergebnisse waren ebenfalls vergleichbar.

Zusammenfassung:

Durch tiefe intracochleäre Verabreichung von Triamcinolon mittels Cochlea Katheter kann eine konzentrationsabhängige, passagere Senkung der Impedanzen erreicht werden. Dieser Effekt war selbst bei hoher Dosierung nur bis zur Erstanpassung nachweisbar.