CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S291
DOI: 10.1055/s-0039-1686237
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lokalisationsfähigkeit bei bilateral versorgten CI-Patienten in Abhängigkeit von der Dauer der binauralen Hörerfahrung mit CI

T Neumayer
1  HNO Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt/M.
,
U Baumann
1  HNO Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt/M.
,
T Stöver
1  HNO Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt/M.
,
T Weißgerber
1  HNO Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt/M.
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Eine Hörschädigung erschwert neben dem Sprachverstehen auch die Lokalisationsfähigkeit von Signalen im Alltag. Durch die Mikrofonposition des Sprachprozessors über dem Ohr fehlt CI-Nutzern die richtungsabhängige Filterwirkung der Ohrmuschel. In dieser Studie wurde untersucht ob die Richtungshörfähigkeit bei bilateral versorgten CI-Patienten mit der binauralen Hörerfahrung mit Cochlea-Implantat korreliert.

11 Probanden im Alter von 52,3 (± 14) Jahren mit einer bilateralen CI-Versorgung nahmen an der Studie teil. Der Median der binauralen CI-Versorgung lag bei 6,2 Jahren. Die Hörversuche erfolgten im reflektionsarmen Raum. Getestet wurden 14 Schalleinfallsrichtungen zwischen ± 60 ° im vorderen und hinteren Halbraum. Als Teststimulus diente ein gepulstes weißes Rauschen. Die wahrgenommene Schalleinfallsrichtung wurde an einer LED-Leiste mit einem Drehregler angegeben. Zusätzlich wurde mit einem Kippschalter angezeigt, ob der Schall von vorne/hinten wahrgenommen wurde.

Bei der Vertauschung der Schalleinfallsrichtung vorne/hinten ergab sich mit 42,86% (Median) ein Wert nahe der Ratewahrscheinlichkeit. Der mittlere Winkelfehler lag bei 13,2 ° (Median). Bei Überprüfung auf Korrelation der binauralen Hörerfahrung mit CI ergab sich weder beim Vergleich mit der Vertauschungsrate (r = 0,24, p = 0,48), noch beim Vergleich mit dem mittleren Winkelfehler (r = 0,37, p = 0,27) eine starke Korrelation.

Die Lokalisationsfähigkeit akustischer Signale ist bei allen CI-Trägern eine große Herausforderung unabhängig von der binauralen Hörerfahrung mit CI. Von einer Optimierung der Algorithmen zur besseren Übertragung der richtungsbestimmenden Schallsignaleigenschaften bei Cochlea Implantaten könnten alle CI-Träger gleichermaßen profitieren.