CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S290
DOI: 10.1055/s-0039-1686234
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Objektivierung auditiver Trainingseffekte bei Patienten mit einseitiger Taubheit (SSD) nach Cochlea Implantat (CI) Versorgung

V Müller
1  Uniklinik Köln, Köln
,
R Lang-Roth
1  Uniklinik Köln, Köln
,
M Walger
1  Uniklinik Köln, Köln
,
P Sandmann
1  Uniklinik Köln, Köln
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Bei Patienten mit einseitiger Taubheit (single sided deafness, SSD) ist das Versorgungsergebnis mit einem Cochlea-Implantat (CI) oftmals unbefriedigend. Ziel dieser Studie ist, mit einem neuen Therapiekonzept das CI-versorgte Ohr isoliert zu trainieren, um das Versorgungsergebnis zu optimieren.

Methode:

Neun SSD-Patienten führten sowohl in der Klinik, als auch selbstständig zu Hause über einen Zeitraum von 10 Wochen ein Hörtraining durch. Mithilfe des Freiburger Einsilbertest, des Oldenburger und des Göttinger Satztests sowie Tests mit dem Material des Hörtrainings wurde eine Woche vor Beginn und eine Woche nach Abschluss des Hörtrainings das Sprachverstehen auf der versorgten Seite getestet. Zusätzlich wurde mittels Elektroenzephalografie (EEG) der Erfolg des Therapiekonzepts objektiv evaluiert. Die ereigniskorrelierten Potentiale (ERP) wurden durch akustische Stimulation des implantierten Ohres mit Sprachreizen im Rahmen eines Oddball-Paradigmas evoziert. Die EEG-Messungen ermöglichen es, die neuronalen Korrelate von Sprachwahrnehmung bei SSD-Patienten vor und nach dem Hörtraining zu vergleichen.

Ergebnisse:

In den subjektiven Hörtesten zeigt sich eine signifikante Zunahme im Sprachverstehen sowohl beim Freiburger Einsilbertest als auch beim Göttinger Satztest im Störgeräusch. In den weiteren Tests zeigen sich im Mittel nur geringe Verbesserungen. Die Verbesserungen werden durch die objektiven EEG-Daten teilweise bestätigt.

Schlussfolgerung:

Um das Versorgungsergebnis zu optimieren, empfiehlt sich ein regelmäßiges Training des CI-Ohres mehrmals pro Woche, bereits von kurzer Dauer (ca. 20 Min). Die ERP stellen im Einzelfall ein gutes Instrument zur Objektivierung des Trainingserfolgs dar. Dies wird im Vergleich zu einer Kontrollgruppe weiter untersucht.