CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S290
DOI: 10.1055/s-0039-1686226
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Serologie beim Hörsturz

A Mertens
1  Universitätsklinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, Magdeburg
,
U Vorwerk
1  Universitätsklinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, Magdeburg
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

In der aktuellen S1- Leitlinie „Hörsturz“ wird die Durchführung einer Serologie für einige Viren und Bakterien als „im Einzelfall nützlich“ angegeben.

In unserer Klinik wurde bei stationären Hörsturzpatienten bislang regulär die Serologie für Borrelien, HSV und VZV abgenommen.

Methoden:

Es wurden die Daten aller Patienten ausgewertet, die vom 01.01.2017 bis 17.09.2018 mit der Einweisungsdiagnose idiopathischer Hörsturz in unserer Klinik behandelt wurden. Insgesamt konnten 216 Patienten ermittelt werden.

Ergebnisse:

Bei 155 Patienten wurde eine Varizella zoster Serologie durchgeführt. IgM war bei allen Patienten negativ, IgG war bei 96,8% positiv.

Die HSV-Serologie wurde bei 35 Patienten durchgeführt. Davon waren 94,3% negativ für IgM. IgG Antikörper hatten 88,6%.

Von 166 Patienten ist eine Borrelienserologie vorhanden. IgG negativ waren 85% der Patienten. Bei 86,1% wurden keine IgM-Antikörper gefunden. Grenzwertig war das Ergebnis bei 4,8% der untersuchten Patienten. Ein Immunoblot wurde bei positivem IgM und/oder IgG durchgeführt. Dies war bei 44 Patienten der Fall. Hierbei zeigten 27,3% einen positivem Immunoblot. Alle durchgeführten Liquorpunktionen zeigten keine intrathekale Immunoglobulinsynthese.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse zeigen, dass eine reguläre Serologie nicht zielführend ist. Insbesondere die Borrelienserologie führte zu invasiven weiteren Untersuchungen, die am Ende keine Neuroborreliose bestätigten. Auch eine Varizella zoster Serologie ist nicht sinnvoll, da in unserem Kollektiv kein Patient serologisch einen Hinweis auf eine akute Zosterinfektion hatte. Stattdessen sollte eine ausführliche Anamnese und Untersuchung erfolgen, um dann ggf. weitere serologische Untersuchungen einzuleiten, sofern sich daraus eine Behandlungsoption ergäbe.