CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S289
DOI: 10.1055/s-0039-1686222
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lebensqualität bei älteren Personen mit Cochlea-Implantat

J Lukaschyk
1  Med. Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover
,
E Kludt
1  Med. Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover
,
T Lenarz
1  Med. Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover
,
M Finke
1  Med. Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover
,
A Illg
1  Med. Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Eine Hörschädigung betrifft nicht nur das Hören und die Sprachproduktion, es beeinflusst auch das Selbstbewusstsein und tägliche Aktivitäten. Ob eine Cochlea- Implantat-Versorgung die hörbezogene Lebensqualität (LQ) bei Senioren beeinflusst, wurde in dieser Studie untersucht.

Methoden:

Mittels Nijmegen Cochlear Implant Questionnaire (NCIQ) wurde die hörbezogene Lebensqualität von Senioren untersucht. Die Patienten wurden den Gruppen 60 – 70 Jahre oder 71 – 90 Jahre zugeordnet. Ausgefüllt wurde der Fragebogen präoperativ sowie 3 und 12 Monate nach Erstanpassung. Das Sprachverstehen wurde mit dem Freiburger Einsilbertest und dem HSM- Satztest in Ruhe und im Störgeräusch gemessen. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet.

Ergebnisse:

Die 45 postlingual ertaubten, unilateral CI versorgten Patienten wiesen ein mittleres Implantationsalter von 72 Jahren auf. Der Hörverlust auf der kontralateralen Seite war bei 5 Patienten geringgradig, bei 3 mittelgradig und 37 hochgradig.

Die hörbezogene Lebensqualität sowie das Sprachverstehen verbesserten sich in beiden Gruppen.

Die Gruppen unterschieden sich im NCIQ zu allen Messzeitpunkten, wobei die jüngere Gruppe stets höhere Werte aufwies. Präoperativ waren diese Unterschiede signifikant (p = 0.006). Im Sprachverstehen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

Schlussfolgerung:

Die hörbezogene Lebensqualität scheint bei 60 – 70-jährigen höher zu sein, als bei 71 – 90-jährigen. Besonders präoperativ kommen diese Unterschiede zum Tragen. Die Entwicklung des Gesamtscores ist in beiden Gruppen gleichermaßen ansteigend. Ein länger anhaltender Hörverlust, besonders im hohen Lebensalter, kann zu einer größeren Einschränkung der LQ führen. Daher sind hörrehabilitierende Interventionen auch im Alter so früh wie möglich angeraten.