CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S288-S289
DOI: 10.1055/s-0039-1686215
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

eABR mit Elektrode auf den Rundefenster bei akuter Ertaubung

G Lilli
1  Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule, Hannover
,
T Lenarz
1  Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule, Hannover
,
RB Salcher
1  Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule, Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Seit geraumer Zeit steht nun ein EchoGe-System der Firma Medel mit Platzierung der Elektrode auf die Rundefenster (RW)-Nische zur Verfügung. Bis dato wurde diese Methode nur im Rahmen der Diagnostik bei CI-Patienten in lokaler Betäubung angewandt. Ziel dieser Studie ist die Bestimmung des Status der Cochlea, der Hörbahn durch die intraoperative Anwendung dieser Methode bei Tympanoskopie nach akuter Ertaubung.

Methoden:

An der Studie werden 5 Patienten mit akuter Ertaubung teilnehmen. Alle Patienten werden aufgrund der akuten Ertaubung eine Tympanoskopie erhalten. Im Rahmen des Eingriffs wird zusätzlich eine Elektrode mit abgerundeter und gebogenerer Spitze temporär auf die Rundfenster-Nischen aufgelegt. Die elektrische Stimulation wird von dem MED-EL-PromStim-System bereitgestellt und von der klinischen Software MED-EL Maestro analysiert.

Ergebnisse:

In dieser Studie werden prospektiv, intraoperative eABR von Patienten mit akuter Ertaubung ausgewertet.

Diskussion:

Die Tympanoskopie ist bei medikamentöser, therapieresistenter akuter Ertaubung als Therapieversuch zur Verbesserung des Hörvermögens sowie als Diagnostikmethode indiziert. Kritische Stimmen bezweifeln die Zuverlässigkeit der Tests und die Auswirkung auf das Hörvermögen. Die Platzierung der Elektrode auf der RW-Nische könnte jedoch eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit der elektrischen Stimulationsabgabe spielen. Die Ergebnisse könnten wichtige, diagnostische Informationen geben und als potenzieller Indikator für Prognosen bei Patienten mit akuter Ertaubung herangezogen werden. Bei CI-Träger können zudem durch das gleiche System die eABR mit einem CI-Elektrodenarray aufgezeichnet werden. Somit kann das Hörvermögen und die elektrische Antwort vor und nach einer Implantation verglichen werden.