CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S288
DOI: 10.1055/s-0039-1686208
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Langzeit Follow-up von Patienten mit einzeitiger Labyrinthektomie und Cochleaimplantat-Versorgung bei therapierefraktärem Morbus Menière und funktioneller Taubheit

G Lauer
1  Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
,
P Mittmann
1  Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
,
J Wagner
1  Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
,
R Seidl
1  Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
,
A Ernst
1  Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Für Patienten mit therapierefraktärem Morbus Menière spielt neben einer suffizienten Vertigokontrolle die Versorgung der begleitenden funktionellen Surditas eine große Rolle. Die adäquate Einstellung dieser Symptome bildet die Grundlage die Lebensqualität der Patienten. Kann der Schwindel konservativ nicht mehr effizient beherrscht werden und reicht zugleich die Hörgeräteversorgung nicht mehr aus besteht die Möglichkeit einer einzeitigen Labyrinthektomie zusammen mit einer Cochleaimplantat Versorgung.

Methoden:

Das Langzeit Follow-up inkludiert fünf Patienten mit einseitigem Morbus Menière und funktioneller Surditas, die im Jahr 2014 einzeitig labyrithektomiert und mit einem Cochleaimplantat versorgt wurden. Die Langzeitergebnisse bezüglich der Lebensqualität der Patienten wurden mittels dem Dizziness-Handicap-Inventory (DHI)- Fragebogen erhoben.

Ergebnisse:

Im Langzeit Follow-up zeigt sich eine Verschlechterungen bzw. erneutes Auftreten der Schwindelsymptomatik. Ein signifikanter Anstieg der DHI-Werte ist in allen drei Qualitäten der Faktorenanalyse zu verzeichnen.

Schlussfolgerung:

Die einzeitige Labyrinthektomie und Cochlearimplantat-Versorgung bei therapierefraktärem Morbus Menière mit funktioneller Taubheit beschreibt eine invasive Methode konservativ nicht beherrschbare Symptome der Erkrankung zu behandeln. Die Langzeitergebnisse betonen die Notwendigkeit einer strengen Indikationsstellung um einen dauerhaften Benefit für den Patienten zu gewährleisten. Eine genauere Betrachtung der begleitenden Ko-Morbiditäten und der psychischen Verfassung der Patienten muss in die Entscheidung zur operativen Behandlung einfließen. Damit bleibt die kombinierte Behandlung eine Einzelfall-Entscheidung.