CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S288
DOI: 10.1055/s-0039-1686204
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chirurgie multifokaler Paragangliome im Kopf-Halsbereich: kein unkompliziertes Vorgehen – ein Fallbericht

KK Kwiatkowska
1  Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Sankt Gertrauden Krankenhaus, Berlin
,
O Kaschke
1  Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Sankt Gertrauden Krankenhaus, Berlin
,
A Zakarneh
1  Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Sankt Gertrauden Krankenhaus, Berlin
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Das Pargangliom ist ein hypervaskularisierter, meist gutartiger Tumor der entlang der paravertebralen Achse auftritt und mit etwa 800 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr eine seltene Entität darstellt. Wir berichten über einen 53-jährigen Patienten mit multifokalen Paragangliomen im Kopf-Halsbereich.

Fallbericht:

Die initiale Vorstellung erfolgte in der Abteilung für Neurochirurgie mit seit wenigen Wochen bestehendem Drehschwindel. Im Rahmen der Bildgebung war eine osteolytische Raumforderung im Bereich des linken Felsenbeins mit Ausdehnung auf das Mittelohr und den inneren Gehörgang sowie Destruktion des Karotiskanals aufgefallen. Darüber hinaus wurden radiologisch metastasensuspekte Formationen beidseits zervikal beschrieben. Die Resektion des temporalen Tumors ergab die histologische Diagnose eines benignen Paraganglioms. Im Verlauf wurden drei weitere Paragangliome chirurgisch entfernt: zunächst ein Tumor im Bereich der A. carotis rechts mit Infiltration von N.X und N.XII., dann ein Paragangliom in der linken A. carotis-Bifurkation sowie nach einem Intervall ein tiefzervikaler vagaler Tumor links. Postoperativ traten schrittweise partielle Ausfälle beteiligter Hirnnerven (N.XII rechts sowie N.X beidseits) auf, so dass im Rahmen des letzten Eingriffs nach Extubation bei Stridoratmung, eine Tracheostomie erforderlich wurde. Klinisch imponierte eine Stimmlippenparese beidseits.

Schlussfolgerung:

Multiple Paragangliome im Kopf-Halsbereich stellen eine chirurgische Herausforderung dar. Neben dem intraoperativen Blutungsrisiko können trotz subtiler OP-Techniken relevante Läsionen der kaudalen Hirnnervengruppe auftreten.