CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S282
DOI: 10.1055/s-0039-1686137
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss verschiedener Elektrodensysteme auf die Impedanzen bei Cochlea Implantat Trägern

C Degen
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
A Büchner
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
E Kludt
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Das Insertionstrauma beim Einführen einer CI-Elektrode triggert eine Bindegewebsproduktion, welche im Verlauf zu einer Erhöhung der Impedanzen führen kann. Dementsprechend sollte ein Anstieg der Impedanzen im postoperativen Zeitraum nachvollziehbar sein und bei Elektroden mit höherem Insertionstrauma stärker ausgeprägt sein, als bei dünnen atraumatischen Elektroden. Um diese Hypothese zu überprüfen erfolgte ein Vergleich zwischen den drei Nucleus Elektrodenträgern, bei denen die Nucleus Contour (512) Elektrode durch ihr kräftigeres Design ein größeres Insertionstrauma verursacht, als die beiden „slim“ Elektroden 522 und 532.

Eine Datenbankabfrage der Impedanzen von CI-Patienten intraoperativ, postoperativ, bei Erstanpassung, drei Monate und sechs Monate nach OP wurde durchgeführt. Daten von 800 Patienten wurden ausgewertet.

Es zeigte sich in allen Gruppen ein signifikanter Anstieg der Impedanzen zwischen der postoperativen Messung und der Erstanpassung. Zum Dreimonatstermin verringerten sich die Impedanzen in allen Gruppen signifikant. Die Impedanzwerte der Nucleus 512 Elektrode waren postoperativ, aber nicht bei der Erstanpassung signifikant höher. Folgend zeigte sich jedoch wieder ein verhältnismäßig größerer Anstieg, wodurch nach 3 und 6 Monaten die Impedanzen der 512 signifikant höher waren als die der „slim“ Elektroden.

Es ist unklar warum die Impedanzen der 512 von Vornherein höher sind als die der Slim-Elektroden. Ein stärkerer Anstieg der Impedanzen durch das Insertionstrauma bei 512-Implantation wird möglicherweise durch die intraoperative Verabreichung von Cortison gehemmt, weshalb sich dieser Effekt zwar vorhanden und statistisch signifikant, jedoch nicht so ausgeprägt wie erwartet darstellt.