CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S280
DOI: 10.1055/s-0039-1686130
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Einfluss niedriger Stimulationsraten bei der ACE Strategie auf Sprachtestergebnisse und Klangwahrnehmung

A Büchner
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
E Kludt
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
M Schüssler
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
1  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Niedrige Stimulationsraten bei Cochlea-Implantaten (CI) geraten zunehmend in den Fokus, da die Entwicklung kleiner Sprachprozessoren eine große Herausforderung darstellt. Der Stromverbrauch von CI-Systemen ist durch die transkutane Signal- und Energieübertragung inhärent hoch und die Batterie nimmt im Sprachprozessor mittlerweile den größten Platz ein. Mit einer niedrigen Stimulationsrate könnte eine erhebliche Reduktion des Stromverbrauchs erzielt werden. Die Datenlage zur Verwendung niedriger Raten in Bezug auf das Sprachverstehen und die Klangwahrnehmung war jedoch bisher nicht hinreichend, um daraus eine Empfehlung für eine Stimulationsrate abzuleiten. Ziel dieser Studie war es, unterschiedliche Stimulationsraten in Bezug auf das erzielte Sprachverstehen im Störgeräusch zu untersuchen. Ferner wurde untersucht, ob niedrige Stimulationsraten Nachteile bei der Differenzierung von Frequenzen im Bereich der Stimmgrundfrequenz haben.

Methode:

Die Studie unterteilt sich in einen akuten und einen chronischen Teil. Im Akutversuch wurden die Raten 1200 Hz und 500 Hz mit dem aktuellen Cochlear System (ACE Strategie) miteinander verglichen in Bezug auf die Tonhöhenunterscheidung von Sinustönen und Modulationsdetektion unterhalb von 500 Hz. Im chronischen Teil wurden hingegen die Raten von 900 Hz und 500 Hz miteinander verglichen. Hier wurden Sprachtests (Freiburger Einsilber und Oldenburger Satztest) und Frequenzunterscheidungsfähigkeit bei 900 Hz untersucht und an einem Folgetermin bei 500 Hz wiederholt.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen gleich gute Hörresultate beim Einsatz der unterschiedlichen Stimulationsraten.

Schlussfolgerung:

Niedrige Stimulationsraten im Bereich 500 Hz sind ohne Einschränkungen bei CI-Patienten anwendbar.