CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S279
DOI: 10.1055/s-0039-1686121
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lidocain als nicht-ablatives intratympanales Therapeutikum des M. Ménière

M Bertlich
1  Klinik f. HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie, LMU München, München
,
BG Weiss
2  Klinik f. HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie, LMU München, München, Deutschland
,
M Jakob
2  Klinik f. HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie, LMU München, München, Deutschland
,
M Canis
2  Klinik f. HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie, LMU München, München, Deutschland
,
F Ihler
2  Klinik f. HNO-Heilkunde, Kopf- u. Halschirurgie, LMU München, München, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einführung:

Der M. Meniére ist eine chronische Erkrankung, welche durch seine rezidivierenden Attacken mit einem hohen Leidensdruck für die Betroffenen einhergeht. Aufgrund der BEMED-Studie kann die orale Therapie mit Betahistin nicht mehr als evidenzbasiert angesehen werden. Neue Therapiestrategien sind daher notwendig. Wir haben daher ein Patientenkollektiv von 20 Patienten ausgewertet, welche mittels intratympanalem Lidocain behandelt wurden.

Material und Methoden:

Insgesamt wurden die Patientenakten von 20 Patienten, welche einen sicheren M. Meniere (nach den Kriterien der Barany-Society von 2016) aufweisen, eingeschlossen. Diese 20 Patienten erhielten in der Summe 34 Lidocain-Injektionen. Wir werteten den subjektiven Nutzen, die Anzahl der Anfälle vor und nach Injektion, die Zeit bis zum nächsten Anfall sowie das Hörvermögen vor und nach der Injektion.

Ergebnisse:

18 der 20 Patienten berichteten über eine deutliche Besserung oder Beschwerdefreiheit nach der ersten Injektion. Die mittlere Anzahl der Anfälle pro Monat verringerte sich von 7,1 auf 1,9 Anfälle/Monat. Die durchschnittliche Zeit bis zum ersten Anfall nach Injektion betrug 237,1 Tage. Das Hörvermögen war bei 14 Patienten unverändert, bei fünf Patienten stellte sich eine Verschlechterung nach der ersten Injektion ein und bei einem Patienten waren keine audiologischen Daten nach der ersten Injektion verfügbar.

Zusammenfassung:

Die retrospektiven Daten zeigen eine gute Wirksam- und Verträglichkeit der intratympanalen Anwendung von Lidocain beim M. Meniére. Damit erscheint die die intratympanale Applikation von Lidocain als valide Therapieoption, welche einerseits klinisch angewendet werden kann und andererseits im Rahmen von prospektiven Studien weiter fundiert werden sollte.