CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S278
DOI: 10.1055/s-0039-1686120
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Spektroskopische Untersuchungen der Mittelohrschleimhaut

T Berg
1  Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dresden
,
A Kluge
1  Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dresden
,
J Morgenstern
1  Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dresden
,
T Zahnert
1  Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dresden
,
G Steiner
2  Med. Fakultät Carl Gutstav Carus, klinisches Sensoring und Monitoring, Dresden
,
M Neudert
1  Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Dresden
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Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

Die Mittelohrschleimhaut (MOS) nimmt aufgrund ihrer Funktion der regelrechten Belüftung im Mittelohr eine zentrale Stellung ein. Bisher kann die Einschätzung des MOS-zustandes nur subjektiv durch den Operateur erfolgen. Eine objektive Charakterisierung des MOS-zustandes ist wünschenswert, um eine bessere Prognose des postoperativen Hörergebnisses treffen zu können.

Während Mittelohroperationen wurden Schleimhautproben vom Promontorium genommen und nach dem klinischen Erscheinungsbild vom Operateur in 4 Gruppen eingeteilt: Gruppe I: normal (n = 26); Gruppe II: sklerotisch (n = 7); Gruppe III: entzündlich verdickte Schleimhaut (n = 4); Gruppe IV: granulierte Schleimhaut (n = 4). Nach Entnahme erfolgten die Gefriertrocknung, die Anfertigung eines Mikrotomschnitts (8 µm) und die Analyse mit einem fourier-transformed-infrarot-Spektroskop. Abschließend wurden die spektroskopischen Ergebnisse mit den klinischen Merkmalen verglichen.

In der supervidierten Analyse der spektroskopischen Messungen sind Unterschiede zwischen Gruppe I und den anderen Gruppen erkennbar. Im Bereich von 1000 – 1500 Wellenzahl (cm-1) sind signifikante Unterschiede in den spektralen Banden nachzuweisen. Insbesondere die Banden der Polysaccharide und Phosphatgruppen im Bereich 1000 – 1100 cm-1 für die MOS der Gruppe IV und die der Lipide bei 1480 cm-1 zeigen Abweichungen der Banden von normaler MOS.

Spektroskopische Untersuchungen erlauben eine objektive Charakterisierung der MOS. Erste biochemische Unterschiede zwischen den Gruppen pathologisch veränderter MOS zur normalen MOS zeichnen sich ab, so dass ein intraoperativer Einsatz eine differenzierte Aussage über den zu erwartenden Hörgewinn ermöglichen könnte. Ein Abgleich der spektroskopischen Ergebnisse mit histopathologischen Untersuchungen der MOS ist geplant.