CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S278
DOI: 10.1055/s-0039-1686118
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Glomus tympanicum. Ein Fallbericht

W Behr
1  Uniklinik Marburg, Marburg
,
S Hoch
1  Uniklinik Marburg, Marburg
,
BA Stuck
1  Uniklinik Marburg, Marburg
,
R Birk
1  Uniklinik Marburg, Marburg
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Publication Date:
23 April 2019 (online)

Einleitung:

Ein Glomus tympanicum (Paragangliom der Paukenhöhle) ist der häufigste primäre Tumor des Mittelohres. Ausgehend von Nervenzellansammlungen wächst der Tumor lokal-destruierend. Es sind meist Frauen im Altersgipfel von 55 Jahren betroffen.

Falldarstellung:

Uns stellte sich eine 67-jährige Patientin mit progredienter Hörminderung und pulssynchronen Ohrgeräuschen links vor. In der Ohrmikroskopie zeigte sich eine rote Raumforderung der unteren Quadranten des linken Trommelfells. Der übrige HNO- ärztliche Befund zeigte sich unauffällig. Das Tympanogramm links zeigt sich abgeflacht, zudem bestand eine hochtonbetonte Innenohrschwerhörigkeit mit 50 dB (HL) bei 4 kHz mit Schallleitungskomponente von 10 dB (HL). Im CT zeigte sich eine vom Glomus jugulare ausgehende Raumforderung die bis an die Gehörknöchelchenkette heranragte. Es wurden knöcherne Arrosionen entlang des Foramen jugulare und ein Hochstand des Bulbus venae jugularis beschrieben. Die Innenohrstrukturen zeigten sich intakt. Im MRT und digitaler Subtraktionsangiografie bestätigte den V.a. einen vaskularisierten Weichteilbefund. Es folgte die komplikationslose chirurgische Entfernung des Tumors mittels komibinierten transmastoidal-transmeatalen Zugang. In der immunhistochemischen Untersuchung bestätigte sich die Verdachtsdiagnose. Der postoperative Verlauf zeigte sich komplikationslos. In der Kontrolle 8 Wochen postoperativ zeigte sich eine Verbesserung der Innenohrschwerhörigkeit mit 40 dB bei 4 kHz (HL).

Schlussfolgerung:

Paragangliome der Paukenhöhle können mit pulssynchronen Ohrgeräuschen, progredienter Hörminderung und Schwindel einhergehen. Die chirurgische Exzision ist Therapie der Wahl. 2 – 4% der Tumoren zeigen im Verlauf maligne Tumoreigenschaften. Klinische Nachsorge ist daher empfehlenswert.