Schlaf 2018; 07(03): 145-149
DOI: 10.1055/s-0038-1675296
Review/Original
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schlaf und Leistungssport

Nikolaus C. Netzer
,
Helmut Frohnhofen
,
Linda Rausch
,
Hannes Gatterer
,
Rachel Turner
,
Petra Netzer
,
Stephan Pramsohler
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 October 2018 (online)

Schlaf bringt Energie und Leistung. Diese Gleichung gilt natürlich auch für den Leistungssport. Sportliche Leistungen hängen jedoch von verschiedensten Faktoren ab, und viel Schlaf bedeutet nicht automatisch bessere Leistungen im Wettkampf. Neben Alter und Geschlecht scheint auch der Chronotyp von Sportlern eine entscheidende Bedeutung für die sportliche Leistung zu haben. Daneben gilt es, für Wettkämpfe und Training in anderen Zeitzonen den Jet Lag richtig einzuschätzen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen zu unternehmen. Wettkämpfe, die Flüge in östliche Richtungen erfordern, also für Sportler aus Europa z.B. Flüge nach Asien und Australien/Ozeanien, erfordern längere Anpassungszeiten als Flüge in westliche Richtung bei Wettkämpfen in Amerika. Schlaf unter kontrollierten Bedingungen im Hotel bzw. Trainingscamp ist anders einzuschätzen als Schlaf zu Hause bei Lebenspartnern und Kindern. Jugendliche Sportler können Schlafdefizite durchaus sehr gut durch Ausschlafen ausgleichen. Bestimmte Formen von Leistungssport, z.B. im Bereich von Kraftsportarten, können Risikofaktoren für obstruktive Schlafapnoe darstellen. Extremsportler können schier übermenschliche Leistungen allein mit Powernapping über mehrere Tage hinweg erzielen.