Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 281
DOI: 10.1055/s-0038-1671615
Freie Vorträge
Donnerstag, 01.11.2018
Fokus: aktuelle Aspekte in der operativen Gynäkologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erfassung postoperativer Komplikationen bei 400 Endometrioseoperationen mittels der Clavien-Dindo-Klassifikation

K Nicolaus
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin, Jena, Deutschland
,
S Zschauer
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin, Jena, Deutschland
,
T Lehmann
2  Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Jena, Deutschland
,
IB Runnebaum
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin, Jena, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Ziel der Erhebung ist die Ermittlung der Komplikationsrate für Endometrioseoperationen mittels der Clavien-Dindo-Klassifikation zur Verwendung einer suffizienten präoperativen Aufklärung.

Material & Methodik:

Retrospektive Erhebung konsekutiver Patientinnen mit einer neu diagnostizierten Endometriose, welche an der Universitätsfrauenklinik Jena von 01/2014 bis 06/2016 mit dem Ziel der kompletten Sanierung operativ versorgt wurden. Erhebung der Komplikationsraten nach der Clavien-Dindo-Klassifikation I-V und binäre Regressionsanalyse zur Ermittlung der Komplikationen in Abhängigkeit der Enzian-Klassifikation.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 401 Patientinnen retrospektiv mit einer neu diagnostizierten Endometriose zur operativen Komplettsanierung ermittelt. Zu den Hauptsymptomen bei Aufnahme zählten Dysmenorrhoe 38,9% und chronische Unterbauchschmerzen 61,8%. Insgesamt zeigte sich eine Komplikationsrate > I nach Clavien-Dindo von 20,2% (18,5% der Klasse II und 1,7% der Klasse III). Höhergradige Komplikationen der Klasse IV und V kamen nicht vor. Eine signifikante Risikoerhöhung für Komplikationen > I ergaben sich für das Enzian-Stadium C3 (56,4-fach) und das Enzian-Stadium FA (4,4-fach). Das allgemeine Vorhandensein eines Enzianbefundes erhöht das Risiko für Komplikationen > I um das 3,5-fache.

Die mittlere stationäre Verweildauer von rund 4 Tagen wird durch den Operationsschritt Darmresektion und den Operationszugang mittels Laparotomie signifikant um 2,7 und 2,5 Tage verlängert (p ≤0,001).

Zusammenfassung:

Die operative Versorgung von Endometriose-Patientinnen geht mit einer Komplikationsrate > I von 20,2% einher. Klinisch relevante Komplikationen (Klasse III) sind mit 1,7% selten. Vor allem Enzian-Stadien C3 erhöhen die Wahrscheinlichkeit für nachfolgende Komplikationen und darmchirurgische Operationsschritte verlängern den stationären Aufenthalt.