Z Gastroenterol 2018; 56(08): e341-e342
DOI: 10.1055/s-0038-1669030
Kurzvorträge
Gastroenterologische Onkologie
Metastasierung Gastrointestinaler Tumore – Freitag, 14. September 2018, 09:35 – 11:11, 22b
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die laparoskopische Durchführung einer PIPAC ist für das medizinische Personal sicher

J Sauer
1   Klinikum Hochsauerland, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie, Arnsberg, Deutschland
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Publication Date:
13 August 2018 (online)

 

Einführung:

Die laparoskopische Chemotherapie-Applikation als Aerosol unter erhöhtem Druck ist mit vermehrten Arbeitssicherheitsauflagen verbunden, da die Möglichkeit besteht, dass das Aerosol aus dem unter erhöhtem Druck stehenden Abdomen entweicht und vom im Raum befindlichen Personen aufgenommen wird. Es sollte gemessen werden, ob eine Chemotherapie-Belastung des medizinischen Personals besteht.

Methode:

Allen Mitarbeitenr, die sich bei der Durchführung einer Laparoskopie inklusive PIPAC während des Eingriffs im Raum befunden haben und die Mitarbeiter, die den Patienten bis zur Abgabe aus dem Operationsbereich begleitet haben, wurde am Morgen des Operationstages Urin abgenommen. Es wurden ein bis drei PIPACs mit dem gleichen Personal (1 Operateur, 1 Assistent, 1 Instrumentierende, 1 Springer, 1 Anästhesist, 1 Anästhesiepfleger) durchgeführt. Am nächsten Morgen wurde von den beteiligten Personen erneut Urin abgefordert. Dieses Vorgehen erfolgte während der ersten 10 „PIPAC-Tage“ mit insgesamt 19 laparoskopischen PIPAC-Behandlungen, bei denen eine zytostatische Platinverbindung verabreicht wurde. Der Urin wurde über das betreuende arbeitsmedizinische Institut des Klinikums auf Platinverbindungen untersucht. Insgesamt wurden je 60 Urinproben des medizinischen Personals vor und nach der Anwendung von zytostatischen Platinverbindungen als PIPAC am Patienten untersucht.

Ergebnis:

In keiner Urinprobe des medizinischen Personals wurden Spuren von Platin gefunden.

Diskussion:

Unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen (Dichtheit des Laparoskopie-Systems; laminarer Flow im Operationsaal; Absaugung des Kapnoperitoneums über ein Filtersystem nach außen; wasserdichte Schutzkleidung mit doppelten Handschuhen, Brille und Atemmaske Klasse III; Verlassen des Operationssaals während der Aerosol-Phase) werden im Urin der medizinischen Mitarbeiter, die an den Eingriffen beteiligt sind keine Spuren von Platinverbindungen nachgewiesen. Das entspricht den bisherigen Studien im Versuchsstadium der Behandlung, bei denen keine Zytostatika im Blut der beteiligten Mitarbeiter nachgewiesen wurden.