Z Gastroenterol 2018; 56(08): e332
DOI: 10.1055/s-0038-1669006
Kurzvorträge
Gastroenterologische Onkologie
Kolorektales Karzinom: Screening, Prävention, molekulare Grundlagen, Biomarker – Donnerstag, 13. September 2018, 13:40 – 14:44, 21a
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wertigkeit von neuen Biomarkern für die Diagnostik und Prädiktion beim kolorektalen Karzinom (CRC): Analyse von vier long non coding RNA's

F Oehme
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
S Krahl
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
V Rao
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
H Greif
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
N Ziegler
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
K Lin
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
J Weitz
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
,
C Kahlert
1  Uniklinik Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
13 August 2018 (online)

 

Die abnehmende Inzidenz an CRC in der westlichen Bevölkerung ist eine vielversprechende Entwicklung der letzten Jahre. Überraschenderweise wird die Mehrzahl der Patienten jedoch erst in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien diagnostiziert, was zu einer signifikanten Reduktion der Lebenserwartung führt. Neue diagnostische Strategien sollten daher das Ziel einer früheren Diagnosestellung des CRC verfolgen.

Wir präsentieren vier Biomarker und deren Sensitivität und Spezifität in Bezug auf die Diagnostik beim CRC. Zusätzlich erfolgt eine Prädiktionsanalyse dieser Biomarker auf die postoperative Überlebenszeit.

Vier long non coding RNA's (H19, HOTTIP, HULC und MALAT), welche aus Serum-Exosomen von Patienten mit nicht-metastasiertem CRC, Patienten mit gutartigen Erkrankungen und gesunden Spendern stammten, wurden analysisert. Exosomen wurden aus dem Blut isoliert und die Gesamt-RNA unter Verwendung eines Isolierungskits extrahiert. Die Gesamt-RNA wurde unter Verwendung eines Reverse-Transkriptions-Kits transkribiert und die resultierende cDNA zur Quantifizierung verwendet.

Die Analyse von, aus Exosomen abgeleiteter HOTTIP- und HULC-RNA zeigt eine erhöhte Expression bei gesunden Spendern im Vergleich zu Patienten mit CRC bzw. zu Patienten mit einer benignen Erkrankung.

Die Korrelation zwischen lncRNAs und postoperativer Überlebenszeit ergab in der univariaten Analyse einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer niedrigen Expression von HOTTIP und einem verringerten Gesamtüberleben. Die multivariate Analyse bestätigte die Konzentration an HOTTIP als unabhängigen prognostischen Marker für das Gesamtüberleben (HR: 4,5, CI: 1,69 – 11,98, p = 0,0027). Es erfolgte die Bestätigungsanalyse an einer öffentlich zugänglichen, unabhängigen Kohorte von 304 Patienten mit CRC. Die HOTTIP-Konzentration bei CRC war auch hier mit einer verminderten Gesamtüberlebensrate assoziiert (HR: 0,6, CI: 0,37 – 0,98, p = 0,039).

Diese Studie liefert neue Erkentnisse zur diagnostischen und prognostischen Aussagekraft von Exosomen und der enthaltenen lncRNA bei Patienten mit CRC. Wir können zeigen, dass die lncRNA HOTTIP nicht nur das Potential hat Patienten mit einem CRC zu identifizieren, sondern auch ein nützlicher prädiktiver Parameter für die postoperative Überlebenszeit ist.