Z Gastroenterol 2018; 56(08): e304-e305
DOI: 10.1055/s-0038-1668928
Kurzvorträge
Gastroenterologische Onkologie
Ösophagus- und Magenkarzinom: Risiko- und Prognosefaktoren – Freitag, 14. September 2018, 09:25 – 10:37, 21a
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prognostische Aussagekraft unterschiedlicher histopathologischer Subtypen beim Adenkarzinom des Ösophagus

, Gastrointestinal Cancer Group Cologne (GCGC)
M Bagheri
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
H Löser
2   Uniklinik Köln, Institut für Pathologie, Köln, Deutschland
,
H Fuchs
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
J Leers
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
M Bludau
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
W Schröder
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
A Quaas
2   Uniklinik Köln, Institut für Pathologie, Köln, Deutschland
,
C Bruns
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
,
F Gebauer
1   Uniklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Köln, Deutschland
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
13. August 2018 (online)

 

Hintergrund:

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es kein anerkanntes histopathologisches Klassifikationssystem für das Adenokarzinom des Ösophagus (EAC). Die WHO empfiehlt die histopathologische Typisierung entsprechend des Magenkarzinoms zu verwenden, molekular-pathologische Daten zeigen jedoch deutliche Unterschiede zwischen EAC und Magenkarzinomen.

Ziele:

Die Relevanz der histologischen Subtypisierung, intratumoraler Heterogenität und grading des Tumors in Hinblick auf die Prognose wurde bislang nicht systematisch untersucht.

Methoden:

142 primär resezierte EAC wurden im Großflächenschnitt untersucht. Zusätzlich wurde ein Multi-sport Tissue micro array (TMA) von 158 Patienten erstellt mit bis zu 8 Tumorspots aus der luminalen und der Infiltrationszone des Tumors. Anhand der histopathologischen Muster wurden 4 histologische Prognosegruppen (HPG) definiert: HPG1 tubulo-papillär, HPG2 solide, HPG3 poorly-cohesive, HPG4 heterogen.

Ergebnisse:

Die HPGs zeigten nur eine geringe intratumorale Heterogenität zwischen luminaler und Infiltrationszone des Tumors. Es konnte eine enge Korrelation zwischen dem TMA und den Großflächenanalysen gezeigt werden (P < 0,001). HPG1 zeigt eine Frequenz von 60,4%, HPG2 15,1%, HPG 16,5%, HPG4 7,9%. Die unterschiedlichen HPGs sind im Bereich der Infiltrationszone prognoserelevant sowohl in der uni- wie multivariaten Analyse, dies konnte an luminalen Tumoroberfläche nicht gezeigt werden. Das mediale Gesamtüberleben war in der HPG1 mit 40,6 Monaten am längsten und in HPG4 mit 13,7 Monaten am kürzesten (P < 0,001). Das Vorkommen der einzelnen HPGs war signifikant mit dem Tumorstadium (pT) und dem Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen (pN) korreliert.

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Abb. 1: Kaplan-Meier Überlebensanalyse (log-rank Test) für die histopathologischenf Prognosengruppen

Fazit:

Hinsichtlich der Prognose ist die histopathologische Differenzierung für den Patienten von Relevanz in Hinblick auf das Gesamtüberleben. Dies findet bislang im TNM Staging keine Beachtung und sollte daher zukünftig in die histopathologische Befundung mit aufgenommen werden.