Z Gastroenterol 2018; 56(08): e296
DOI: 10.1055/s-0038-1668905
Kurzvorträge
Gastroenterologische Onkologie
Gastrointestinale Tumore: Molekulare und zellbiologische Grundlagen innovativer medikamentöser Therapieansätze 2 – Freitag, 14. September 2018, 14:00 – 14:56, 22b
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untersuchung des exosomalen und frei zirkulierenden mircoRNA-Expressionsmusters beim kolorektalen Karzinom und seinen Vorläuferläsionen

A Semaan
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
,
M Kobilay
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
,
V Branchi
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
,
P Lingohr
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
,
JC Kalff
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
,
H Matthaei
1   Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Bonn, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
13 August 2018 (online)

 

Hintergrund:

Das kolorektale Karzinom (CRC) gehört zu den häufigsten soliden Neoplasien weltweit. In den letzten Jahren wurden vielversprechende Ergebnisse bei der Diagnosestellung mithilfe von microRNA (miR) publiziert. Jedoch ist bis heute noch kein Biomarkerpanel in der klinischen Alltagsdiagnostik etabliert, was v.a. an einer fehlenden Sensitivität und Spezifität liegt. Exosomen könnten dazu beitragen, diese diagnostische Lücke zu schließen, da gezeigt werden konnte, dass sie den aktuellen Status einer Tumorzelle widerspiegeln. Daher verglichen wir das Expressionsmuster exosomaler und frei zirkulierender miR beim CRC und seinen Vorläuferläsionen.

Methodik:

In einer Kohorte von 23 therapienaiven CRC Patienten, 20 Adenompatienten und 26 Kontrollpatienten der Universitätsklinik Bonn wurde parallel das Expressionsmuster von 12 miRNAs im Serum und in Exosomen mittels quantitativer PCR untersucht und verglichen.

Ergebnisse:

Der Großteil an zirkulierender miR ist in Exosomen gebunden (1605,0 ng/100 µl vs. 994,9 ng/100 µl, p < 0,001) und es zeigt sich ein sukzessiver Anstieg der exosomalen miR Konzentration von der Kontroll- zu der Karzinomgruppe (Kontrolle: 1327 ng/100 µl, Adenome: 1537 ng/100 µl; CRC 1977 ng/100 µl, p = 0,003). Des Weiteren zeigt die CRC Gruppe in Exosomen signifikant höhere miR-Spiegel (miR-34, p = 0,012) bzw. niedrigere miR-Spiegel (miR-16, p = 0,024; miR-23, p = 0,043) gegenüber der Kontrollgruppe, wohingegen kein Unterschied in der miR-Konzentration in der Serumgruppe gemessen wurde.

Schlussfolgerung:

Ein Großteil der zirkulierenden miR ist in Exosomen gebunden. Daher besitzen diese Vesikel und ihr Cargo das Potential, sensitive und spezifische Biomarkerpanels in der CRC-Diagnostik zu etablieren. Weitere groß angelegte und prospektive Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu validieren und weiter zu beleuchten.