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DOI: 10.1055/s-0038-1668713
Intraoperative Beurteilung grenzwertig perfundierten Darms im Rahmen der akuten Mesenterialischämie mittels Hyperspektralbildgebung: Eine Falldarstellung
Authors
Publication History
Publication Date:
13 August 2018 (online)
Einleitung:
Die intraoperative Beurteilung grenzwertig perfundierter Darmabschnitte bei akuter Mesenterialischämie ist nicht immer eindeutig.
Hyperspektral-Imaging (HSI) ist dabei ein neues, intraoperatives Bildgebungsverfahren, welches nicht-invasiv die Gewebeperfusion objektivieren kann. Das untersuchte Gewebe wird mit Licht im visuellen und nah-infraroten Spektrum beleuchtet und das reflektierte Licht gemessen.
Ziele:
Objektive Kriterien zur Beurteilung der Darmperfusion sind hilfreich, um das notwendige Resektionsausmaß zu bestimmen und das Outcome zu verbessen. Unser Ziel war, HSI auf Machbarkeit zu untersuchen.
Methodik:
Wir berichten den Fall einer 52-jährigen Patientin mit generalisierter Arteriosklerose im Multiorganversagen mit hohem Katecholaminbedarf, bei der sich eine multisegmentale Darmischämie bei chronischem Verschluss des Truncus coeliacus zeigte. Die bereits gangränösen Abschnitte wurden mittels Dünndarmteilresektion sowie erweiterter Hemikolektomie links mit anteriorer Rektumresektion unter Blindverschluss des Darms versorgt. In der Re-Laparotomie zeigte sich das gesamte Intestinum nekrotisch. Die Patientin verstarb im Multiorganversagen. Mittels HSI-Kamera wurde der intraoperative Dünndarm und das Operationspräparat untersucht und folgende Parameter erhoben: Gewebeoxygenierung, Nahinfrarot-Perfusions-Index und Gewebe-Wasser-Index.
Ergebnis:
Nekrotische Darmabschnitte zeigten eine typische Bande des Absorptionsspektrum bei einer Wellenlänge von 630nm. Erwartungsgemäß zeigten sich die Indices für Gewebeoxygenierung und Perfusion erniedrigt (Abb. 1). Der Gewebe-Wasser-Index war in den minderperfundierten Dünndarmabschnitten erhöht. Korrespondierend zeigte sich eine Absorptionsbande bei 960nm.




Schlussfolgerung:
Mittels intraoperativer Hyperspektralbildgebung ist es möglich, die Perfusion grenzwertig perfundierter Darmabschnitte bei akuter Mesenterialischämie zu objektivieren. Die Methode ist einfach, schnell und nicht-invasiv.
