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DOI: 10.1055/s-0038-1668030
MIASA: Eine wirksame Intervention zur Reduzierung der Einsamkeit und Verbesserung des Wohlbefindens einsamer Älterer
Autor*innen
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
06. August 2018 (online)
Einleitung:
Einsamkeit und soziale Isolation begünstigen psychische Störungen, vor allem Depression, und können auch somatische Folgen haben, wie z.B. Schwächung des Immunsystems oder Erhöhung des Blutdrucks. Auch das Mortalitätsrisiko steigt, vergleichbar dem durch Fettleibigkeit. Da bisherige Ansätze zur Reduzierung von Einsamkeit und sozialer Isolation bei älteren Menschen nur mäßig wirksam waren, war unser Ziel, ein wirksameres Programm zur Förderung der Teilhabe und Reduzierung der Einsamkeit zu entwickeln.
Material & Methoden:
Unser Kleingruppenprogramm MIASA beinhaltet 10 Treffen zu je etwa 90 Minuten mit Kurzvorträgen, Übungen und Diskussionen zu den Themen Selbstfürsorge, Aktivitätsaufbau, soziale Kompetenzen und Umgang mit belastenden Gedanken. In unserer Pilotstudie werden alle Treffen mittels einer formativen Prozessevaluation auf Stärken und Schwächen überprüft, um die Intervention kontinuierlich zu optimieren. Zusätzlich wird eine umfangreiche Wirksamkeitsevaluation zu Programmbeginn (t0), unmittelbar nach Programmende (t1) und drei Monate nach Programmende (t2) durchgeführt.
Ergebnisse:
Bis zur Abstracteinreichung nahmen 27 Ältere in 6 Kleingruppen zu je 3 – 6 Personen teil, 20 von diesen bis zum letzten Treffen (Haltequote 74,1%). Deren Altersspanne betrug 65 – 90 Jahre (M = 75,6). Sie bewerteten das Programm subjektiv hinsichtlich mehrerer Aspekte (Aufbau, Atmosphäre, Themen, Übungen, Arbeitsblätter, Gruppenleitung) überwiegend als „sehr gut“ oder „gut“. Auch objektiv zeigen die bisherigen Ergebnisse (n = 18 zu t0, 17 zu t1 und bisher 11 zu t2) bei relevanten Variablen Veränderungen in die erwünschte Richtung: (a) eine Steigerung der sozialen Integration (F-SozU) und (b) eine Reduzierung der Einsamkeitsgefühle (UCLA), der Depressivität und Ängstlichkeit (Mini-SCL) sowie dysfunktionaler Einstellungen (DAS18-B). Alle genannten Veränderungen sind kurzfristig (zu t1) signifikant und gehen auch längerfristig (zu t2) in dieselbe Richtung, wenn auch bei aktuell geringerem n nur marginal oder nicht signifikant.
Diskussion:
Den bisherigen Resultaten zufolge ist das Programm MIASA attraktiv für die Zielgruppe und auch wirksam. Weitere Kleingruppen beginnen im Frühjahr 2018 und sollen die Datenbasis verdoppeln.
Schlussfolgerung:
Da das Programm auch recht ökonomisch in der Durchführung ist (relativ kurz und ohne allzu hohe Vorbereitungszeit für die Gruppenleitung), könnte es gut Eingang in verschiedenen sozialen Einrichtungen, u.a. der Altenhilfe, finden.
