Hamostaseologie 1999; 19(02): 94-97
DOI: 10.1055/s-0038-1660386
Aus der Forschenden Industrie/Pharmaceutical Research
Schattauer GmbH

Hemmung der Staphylokokken-Koagulase durch Taurolin

J. Reinmüller
1  Klinik am Sonnenberg, Wiesbaden
,
W. Mutschier
2  Ludwig-Maximilians-Universität Klinikum Innenstadt, Chirurgische Klinik und Poliklinik
,
H. Meyer
3  Zentrale Tierversuchsanlage der Universität Ulm
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Publication Date:
27 June 2018 (online)

Zusammenfassung

Taurolin, ein Chemotherapeutikum mit bakteriziden und antitoxischen Eigenschaften, wird in der Chirurgie zur Therapie bakterieller Infektionen - insbesondere der chronischen Osteitis - erfolgreich eingesetzt. Die antitoxische Wirkung wurde bisher jedoch überwiegend in bezug auf die Endotoxine gramnegativer Erreger beschrieben. Wir konnten jetzt zeigen, daß Taurolin die thrombogene Wirkung von Staphylokoagulase auf Zitrat-Plasma hemmt. Staphylokoagulase ist ein Faktor mit Toxinwirkung, der von dem grampositiven Keim Staphylococcus aureus (Staph, aureus) ausgeschieden wird. Die Hemmwirkung ist abhängig von der Taurolin-Konzentration und ist bereits unterhalb der minimalen Hemmkonzentration für Staph, aureus nachweisbar. Weiterhin ist die Inaktivierung der Staphylokoagulase abhängig von der Einwirkungsdauer des Taurolins. Diese Beobachtung ist mit der Vorstellung vereinbar, daß Taurolin durch Übertragung von Methylol-Gruppen die Inaktivierung bakterieller Toxine bewirkt. Da die Staphylokoagulase ein entscheidendes Pathogenitätsmerkmal von Staph, aureus darstellt, gehen wir davon aus, daß deren Inaktivierung ein wesentlicher Bestandteil der Wirkung des Taurolins bei der Behandlung staphylogener Infekte ist.