Thromb Haemost 1970; 23(02): 347-359
DOI: 10.1055/s-0038-1654147
Originalarbeiten – Original Articles – Travaux Originaux
Schattauer GmbH

Blutgerinnung und Fibrinolyse im Nabelschnurblut

II. Befunde im abpunktierten Nabelschnurblut von 140 Neugeborenen
J. P Gmür
1   Aus der Medizinischen Universitätsklinik Zürich (Direktion: Prof. P.G.Frick, Prof. A. Labhart)
,
A von Felten
1   Aus der Medizinischen Universitätsklinik Zürich (Direktion: Prof. P.G.Frick, Prof. A. Labhart)
,
P. W Straub
1   Aus der Medizinischen Universitätsklinik Zürich (Direktion: Prof. P.G.Frick, Prof. A. Labhart)
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Publication Date:
27 June 2018 (online)

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Zusammenfassung

Es wurde die Blutgerinnung und Fibrinolyse in dem durch Punktion der Nabelschnurvene gewonnenen Blut von 140 Neugeborenen untersucht und die Resultate denjenigen zahlreicher früherer Arbeiten gegenübergestellt.

1. Fibrinogen- und Faktor-V-Spiegel lagen praktisch immer im Erwachsenen-Normalbereich.

2. Die Thrombinzeit war bei 85% der Neugeborenen verlängert. Eine Erhöhung des endogenen Heparins konnte als Ursache ausgeschlossen werden. Die Thrombinzeit-verlängerung der meisten Neugeborenen dürfte auf eine fibrinolytische Alteration des Fibrinogens zurückzuführen sein. Bei einigen Neugeborenen konnte aber die Existenz eines funktionell andersartigen, »fetalen« Fibrinogens nicht sicher ausgeschlossen werden.

3. Die fibrinolytische Aktivität – bestimmt durch die Euglobulinlysezeit, die bovine, nicht erhitzte Fibrinplatte und die Immunelektrophorese auf Fibrinogenabbaupro-dukte – war bei rund 60% der Neugeborenen erhöht. Die Vollblutfibrinolyse und die Parakoagulation durch Protaminzugabe im Serum erwiesen sich hingegen als zu wenig empfindliche Methoden zur Erfassung der Fibrinolyse im Nabelschnurblut.