Nervenheilkunde 2017; 36(06): 459-466
DOI: 10.1055/s-0038-1627033
Übersichtsartikel
Schattauer GmbH

Internetbasierte Psychotherapie-Interventionen – Werden sich Patienten in Zukunft selbst therapieren?

Eine Übersicht über aktuelle AngeboteInternet-based psychotherapy interventions – Will patients treat themselves in the future?An overview of currently available programmes
K. Härpfer
1  Abteilung Psychiatrie, Schlosspark-Klinik, Berlin
,
T. Bschor
1  Abteilung Psychiatrie, Schlosspark-Klinik, Berlin
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Publication History

eingegangen am: 01 March 2017

angenommen am: 24 March 2017

Publication Date:
20 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Anzahl an Patienten, die sich wegen einer psychischen Erkrankung behandeln lassen, steigt stetig. Gleichzeitig besteht eine angespannte psychotherapeutische Versorgungssituation, die zu langen Wartezeiten führt. Interventionen aus dem Bereich “E-Mental-Health” könnten dabei eine effektive und rasche Abhilfe darstellen und erste Studien liefern Evidenz dafür, dass internetbasierte Interventionen Wirkung zeigen. Da viele deutschsprachige Programme noch unbekannt sind, wurde eine standardisierte Internetrecherche durchgeführt, die 19 internetbasierte Interventionen aus den Bereichen Angsterkrankungen, Depressionen sowie Stress und Burnout ergab. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des Aufbaus, der Inhalte, der medialen Aufbereitung, der therapeutischen Einbindung, der Kosten und der Verfügbarkeit einer Demoversion. Dennoch bleiben im Bereich “E-Mental-Health” zuweilen konkrete Fragen ungeklärt, wie beispielsweise die Qualität von internetbasierten Interventionen, die Erfüllung der beruflichen Sorgfaltspflicht oder die Einhaltung des Datenschutzes.

Summary

The increase in number of patients being treated for mental disorders as well as the prolonged wait before finally receiving psychotherapy has increased the need for interventions from the field of e-mental-health. Initial studies provide evidence that internetbased interventions are an effective alternative to traditional psychotherapy which is why they could offer a prompt remedy to the lengthy waiting periods. At present, many German programmes are still largely unknown. Therefore, a standardized internet search was processed revealing 19 internetbased interventions from the fields of anxiety disorders, depression, as well as stress and burnout. The currently available programmes differ in structure, content, usage of media, therapeutic support, costs and demonstration release. Specific issues such as the quality of internet-based interventions, fulfilling the professional duty of diligence, or respecting data protection still remain unclear.