Tierarztl Prax Ausg G Grosstiere Nutztiere 2005; 33(04): 232-238
DOI: 10.1055/s-0038-1624125
Wiederkäuer
Schattauer GmbH

Vergleichende Studie zu diagnostischen Möglichkeiten bei Zitzenschleimhautläsionen des Rindes[*]

Comparative studies on diagnostic procedures for detection of lesions of the mucosal layer of the bovine teat
S. Sendag
1  Aus dem Department of Obstetrics and Gynecology, Yüzüncü Yil University Veterinary Faculty, Van-Turkey, der
,
R. Hospes
2  Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz, dem
,
A. Wehrend
2  Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz, dem
,
U. Hetzel
3  Institut für Veterinär-Pathologie und der
,
K. Failing
4  Arbeitsgruppe Biomathematik und Datenverarbeitung der Justus-Liebig-Universität Gießen
,
H. Bostedt
2  Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz, dem
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingegangen:02 November 2004

akzeptiert:06 January 2005

Publication Date:
05 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Gegenstand der Untersuchung: Die Arbeit erfasste die Häufigkeit von Veränderungen der Zitzenzisternenschleimhaut und überprüfte vergleichend die Diagnoseverfahren Palpation, Sonographie und Endoskopie. Material und Methoden: 436 Zitzen von 109 aus unterschiedlichen Gründen geschlachteten Milchkühen typischer Niederungsrassen wurden palpatorisch, sonographisch und endoskopisch auf das Vorhandensein von Schleimhautläsionen untersucht. Nach Befundung erfolgte zur makroskopischen Untersuchung die Eröffnung der Zitzen in Längsrichtung. Bei Vorliegen von Auffälligkeiten schloss sich eine histopathologische Untersuchung an. Die Resultate der Diagnoseverfahren wurden basierend auf den Ergebnissen der makroskopischen und histopathologischen Untersuchungen vergleichend ausgewertet. Ergebnisse: In 38 Fällen (8,7%) fanden sich makroskopisch auffällige Befunde, die alle lediglich durch die Zitzenendoskopie via Strichkanal detektiert worden waren. Mit den beiden anderen Diagnoseverfahren ließen sich weitaus weniger Veränderungen diagnostizieren. Beim Vergleich der diagnostischen Aussagekraft der angewandten Untersuchungsmethoden zeigten sich die Endoskopie (p ≤ 0,001) und die Sonographie (p ≤ 0,0001) der Palpation deutlich überlegen. Ein statistisch abzusichernder Unterschied zwischen den Ergebnissen der Sonographie und denen der Endoskopie bestand nicht (p > 0,05). Die histopathologischen Befunde spiegelten weitgehend die Ergebnisse der drei Untersuchungsmethoden wider. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Schleimhautveränderungen der Rinderzitze sind palpatorisch nicht ausreichend zu diagnostizieren. Bildgebende Verfahren (Sonographie/Endoskopie) erweitern das diagnostische Spektrum erheblich. Die Zitzensonographie reicht bei in der Zitzenzisterne gelegenen Veränderungen zur Beurteilung von Ausdehnung und Schweregrad meist aus, bei Läsionen im Bereich der Fürstenberg-Rosette oder des Strichkanals ist eine zusätzliche Zitzenendoskopie zu empfehlen. Basierend auf der eingehenden Befunderhebung ist so eine prognostische Einschätzung und die Festlegung eines geeigneten Therapieverfahrens möglich.

Summary

Objective: The aim of the presented study was to compare the diagnostic procedures palpation, sonography and endoscopy for detection of lesions of the inner mucosal layer in bovine teats and to evaluate their diagnostic value. Material and methods: The investigation material involved 436 teats of 109 dairy cows of different breeds which were slaughtered out of different reasons. All teats were examined by palpation, sonography and endoscopy via papillar duct for the presence of teat cistern mucosa lesions. Afterwards teats were opened by longitudinal incision for macroscopic evaluation. Tissue samples of obvious lesions were taken and prepared for histopathological examination. Based on the results of macroscopic and histopathological investigations the results of the different diagnostic procedures were compared. Results: In 38 cases (8.7%) remarkable findings were present in the macroscopic investigation, which had only been detected without exception by endoscopy via teat canal. Both other diagnostic methods dropped in their results in contrast to this clearly. Endoscopy (p ≤ 0.001) and sonography (p ≤ 0.0001) proved to be of significant higher diagnostic impact than palpation. A significant difference between the results of endoscopy and sonography could not be detected (p > 0.05). Histopathological findings reflected the results of the palpatoric, sonographic and endoscopic investigation in a high amount. Conclusions and clinical relevance: Alterations of the teat cistern mucosa of dairy cows are insufficiently detected by use of classical clinical method palpation. Imaging diagnostic procedures (sonography/endoscopy) extend the diagnostic spectrum substantially. Sonography is usually sufficient when lesions are located in the teat cistern. However, in case of alterations at the inner orifice of the papillar duct or the papillar duct itself an additional endoscopic examination is recommended for definition of a suitable therapy method.

* Gefördert mit Mitteln der NATO und der TÜBITAK