Pneumologie 2018; 72(S 01): S18
DOI: 10.1055/s-0037-1619164
Sektion 7 – Klinische Pneumologie
Posterbegehung – Titel: Asthma I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schon wieder Asthma bronchiale?! – oder die tägliche Herausforderung um die Ecke zu denken

A Apine
1  Pneumologische Gemeinschaftspraxis Koblenz
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Publication Date:
21 February 2018 (online)

 

Einleitung:

Ein schweres Asthma stellt eine heterogene Entität mit persistierender Symptomatik, Atemflusslimitation und unzureichender Besserung trotz intensiver Therapie dar. Das Management besteht aus sorgfältiger Diagnostik, Eruierung alternativer Erkrankungen und Therapieadhärenz. Bei einigen Patienten können unentdeckte Begleiterkrankungen das Asthma vortäuschen.

Kasuistik:

23-jährige im 6 Monat schwangere Patientin (türkische Abstammung, seit 2 Jahren in BRD) beklagte Dyspnoe, Krankheitsgefühl, produktiven Husten und rhinitische Symptomatik. Anamnestisch „schon immer schwache Lunge gehabt“ beim allergischen (Gräserpollen) Asthma, nur Salbutamol-Therapie. Lungenfunktionell schwere Obstruktion (FEV1 34%). Labor: kein Alpha-1 PI-Mangel, ges. IgE 222 kU/l, sonst keine wegweisenden Besonderheiten. Symptome persistierten trotz der intensivierten antiasthmatischen Therapie. Röntgen-Thorax (nach der Entbindung) zeigte nur einen deutlichen Emphysemaspekt, im Thorax-CT imponierte ein schweres Emphysem, Mediastinalschift nach links und Konsolidierung im linken Unterlappen mit Bronchiektasen. Nun bestand V.a. auf pulmonale Fehlbildung. Es erfolgte eine operative Entfernung des linken Unterlappens, die Veränderung entsprach einer zystisch-adenomatoiden Malformation mit Bronchiektasen.

Postoperativ liegen eine kombinierte Ventilationsstörung lungenfunktionell, Dyspnoe und Schmerzen nach Thorakotomie vor, keine bronchitische Symptomatik mehr. Es besteht ein Schwangerschaftswunsch.

Schlussfolgerung:

Kongenitale Malformationen sind seltene aber wichtige Differentialdiagnosen. Diese können mit Atemnot und häufigen pulmonalen Infektionen einhergehen und bei unzureichender Abklärung die exakte Diagnosestellung erschweren. Chirurgische Resektionen sind häufig erforderlich. Die Betreuung der Schwangeren mit seltenen pulmonalen Erkrankungen stellt weiterhin eine besondere Herausforderung dar.